Ruhe und Ordnung – Das Sicherheitsmagazin

Stummers Messeauftritt

Posted in Ernst Walter Stummer, Veteranen by sicherheitwien on 20. Februar 2005

Ernst Walter Stummer am Podium der Wiener Bauen und Energiemesse 2005 als Fachmann für Einbruch.
(Foto: Marcus J. Oswald)

(Wien, am 19. Februar 2005) Die Bauen und Energie-Messe 2005 der Reed Messe am Wiener Messegelände war diesmal zum Bersten gefüllt. In der Tageskantine in Halle A musste man geduldig warten, bis man einen Sitzplatz bekam.

Das Messe-Angebot hatte zwar nicht immer etwas mit Energiesparen zu tun. Die Whirlpools um 5.000 Euro für den kleinen Haushalt bringen sicher Prickeln in das Beziehungsleben so mancher Eheleute, umgekehrt aber wieder Streit um die Haushaltskasse, wenn die monatliche Stromrechnung folgt.

Einigen der 530 Aussteller ging es um Wichtigeres: Videoüberwachung. Die Floridsdorfer Firma Elektro Simek tut sich im Moment mit Beratungsleistung am Videosektor besonders hervor. Der Familienbetrieb führt auf seiner Webseite einen umfassenden Newsletter zu aktuellen rechtlichen und politischen Neuerungen im brenzligen Thema.

Zwei Vorträge

Am Samstag, 19. Februar 2005, trieb die Messe aus Sicht von Elektro Simek auf einen Höhepunkt zu. Der Familienbetrieb mietete für 16 Uhr 15 den Lehar-Saal an und betrieb eine Stunde Aufklärungsarbeit zum Thema. Unter der bekannt-launigen Moderation des mundflinken Wiener Schalks Dieter Chmelar, der als Österreich-Ausgabe von Harald Schmidt gehandelt wird, bekam man in der ersten halben Stunde durch zwei Vorträge Basis-Information.

Die junge Rechtsanwältin Mag. Margot Artner, aus dem Stall der Medienrechtler Höhne in der Maur, gab im Impulsreferat Auskunft über die rechtliche Lage. Viele Gesetze führen zum Thema, etwa: Allgemeines Bürgerliches Gesetzbuch (ABGB) – Recht auf Privatsphäre, Urheberrechtsgesetz (UrhG) – Recht am eigenen Bild oder das Datenschutzgesetz (DSG).

Im zweiten Spielviertel brachte Ing. Thomas Tauscher, Geschäftsführer Elektro-Simek, eine Leistungsschau. Seine Firma kann im technischen Zusammenspiel in glasklarer Schärfe im Großkaufhaus einen Ladendieb orten und in Echtzeit dafür sorgen, dass der Dieb in der Drehtür ,,eingesperrt“ wird, die im richtigen Moment (wenn der Dieb das Haus verlassen will) plötzlich stehen bleibt.

„Moldawier und Bulgaren sollen weniger Einbrechen!“

Nach dieser Theorie kam Stummer. Mit Skepsis beobachtete der Einbrecherkönig, dzt. „außer Dienst“, die bunten Powerpoint-Grafiken. Mit wenig Begeisterung nahm der 66-Jährige zur Kenntnis, dass sich das Rad der Zeit vorwärts dreht.

Zu Beginn der Podiumsdebatte sprach Moderator Dieter Chmelar von einem Beitrag zum Weltfrieden, dass am Podium Einbrecherkönig Stummer, 19 Vorstrafen, 30 Jahre Haft, und Bezirksinspektor August Baumühlner, Einbruchsberater vom Kriminalpolizeilichen Beratungsdienst von der Wasagasse 20, friedlich nebeneinander sitzen. Da beide Männer Manieren haben, blieb das auch so.

Chmelar wollte eingangs von Stummer wissen, was dieser von der modernen Technik hält. Stummers Meinung war klar: „Jemand sollte den Moldawiern und Bulgaren einmal sagen, dass sie weniger einbrechen sollen, denn nun werden überall Kameras montiert. Aber die Wiener Einbrecher haben auch Frauen und Kinder zu versorgen.“ Diese Pointe saß und er hatte die Lacher auf seiner Seite.

Podiumsdiskutanten mit Blick nach vorne, v. l. n. r. : Bezirksinspektor August Baumühlner vom Kriminalpolizielichen Beratungsdienst, Einbrecherkönig Ernst Walter Stummer, Elektro Simek-Geschäftsführer Ing. Thomas Tauscher, Rechtsanwältin Mag. Margot Artner. (Foto: Marcus J. Oswald)

Bezirksinspektor Baumühlner hat gegen wachsende Überwachungsmaßnahmen nichts, bedauerte aber, dass zum Beratungsdienst die Leute erst kommen, wenn ein Einbruch bereits stattgefunden hat. Er rät zu mehr Vorbeugung.

Elektro Simek-Geschäftsführer Tauscher berichtete stolz, dass es mittlerweile schon „schusssichere Kameras“ gibt, die nicht zu zerstören sind. Ein Einstiegssystem für Videoüberwachung gibt es bereits ab 2.000 Euro.

Ernst Walter Stummer, von Thomas Tauscher für 500 Euro Gage eingeladen, wurde von Chmelar befragt, ob Kameras tätsächlich einen Einbrecher abhalten. Der Experte bejahte: „Sicher sind die Kameras eine große Abschreckung. Denn jetzt muss man beim Einbrechern eine Ronald Reagan-Maske aufsetzen. Wenn die Kamera aber schon auf 100 Meter Entfernung eine Person aufzeichnet, muss man 100 Meter vor Betreten des Hauses die Ronald-Reagan-Maske aufsetzen und das fällt dann möglicherweise auf.“

Die Ronald Reagan-Maske

Chmelar wies darauf hin, dass Ronald Reagan schon lang tot sei und dass es bereits einmal einen Mann gab, der die Ronald Reagan-Maske bei Überfällen einsetzte (er meinte damit den so genannten „Pumpgun-Ronnie“ – Johann Kastenberger, der Mitte November 1988 im Kugelhagel starb, Anm. B&G).

Der Moderator hielt die Debatte am Köcheln und brachte auch den Standard unter den branchenbezogenen Witzen: „Treffen sich zwei Taschendiebe. Sagt der eine: Wie geht’s? Der andere: Wie man’s nimmt!“

BLAULICHT UND GRAULICHT auf der Wiener Messe.

Nach einer halben Stunde Podiumsdiskussion war Schluß. Gute Laune hing im Raum. Die rund 100 Zuhörer, davon mehrere im Elektro Simek-Montagegewand, waren zufrieden und schoben sich zum Buffet beim Messestand in Halle A. Dort herrschte Gedränge bis in den frühen Abend.

Marcus J. Oswald (Ressort: Verteranen, Ernst Walter Stummer)

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