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Stummers Kinder

Posted in Ernst Walter Stummer, Veteranen by sicherheitwien on 20. August 2005

Auch Ernst Stummer war einmal klein: Mit Hermelinpelz, Giraffe, Auto und Bär. Fotografiert 1944, im Alter von sechs Jahren. Nun hat er selbst Kinder. (Foto: Archiv Oswald)

(Wien, im August 2005) Verliebt – verlobt – verheiratet, so schnell kanns gehen. Ringe drauf und geht schon. Ein Ehepaar mehr. Vater werden ist nicht schwer, Vater sein aber sehr. Bis ans Ende unserer Tage. Wo die Liebe hinfällt, wächst Glück.

Stummer ist zweifacher Vater!

Manche Menschen gehen am Abend zu Bett, wachen am nächsten Tag auf und alles ist anders. Der Himmel ist noch blau, die Donau grün, die Sonne gelb, der Mond weiß. Doch irgendwas, was weiß man, irgendetwas verändert das Leben radikal. Schnulzentanten im Fernsehen nennen das Schicksalstag, Astrologiefetischisten meinen, es hat was mit den Sternen. Für Ernst Walter Stummer war so ein Tag der 15. August 2005.

11 Tage nach seiner Hochzeit erfuhr er, dass er Vater ist. Nicht einfach Vater, sondern zweifacher Vater. Und natürlich nicht so direkt, wie man glaubt. Denn die unbefleckte Empfängnis, die imaculata conceptio, der Schöpfungsmythos der katholischen Kirche ist natürlich in der Realität nicht wahr. Kinder kommen nicht von Heute auf Morgen. Und nicht mit dem Storch.

Realität ist banal – Zum Kuckuck woher?

Wie konnte Stummer eigentlich Vater werden? Beklagte sich der 66-Jährige nicht ein halbes Jahr, dass er noch nie, wie das Henry Miller so schön umschrieb, sich „wie ein Delphin auf den Austerbänken“ fühlen durfte? Seit Beginn der Bekanntschaft mit seiner 28-jährigen Frau Maribel im November 2004, die er am 4. August 2005 heiratete, kam es noch zu keiner „Beiwohnung“ (=Sex). Selbst seit der Eheschließung durfte er noch nicht drüber. Obwohl er ihr Ehemann ist. Er fragte sich immer, warum das so ist? Zu wenig Zähne? Zu alt? Ist er zu arm?

Wenn Stummer nun Vater ist, kann das nur daran liegen, dass jemand anderer seinen Pracker in die Kleschn seiner Frau Maribel steckte. Das ist jetzt Milieurhetorik, derb formuliert. Eleganter gesagt: Jemand anderer parkte seinen Einspritzmotor in der Einfahrt seiner Ehefrau. Oder wie der gebildete Wiener sagt: Jemand baute an. Es war kein Biobauer. Und es war defintiv nicht Stummer.

Generalbeichte am 15. August 2005

Manche Menschen gehen am Abend zu Bett, wachen am nächsten Tag auf und alles ist anders. Der Himmel ist noch blau, die Donau grün, die Sonne gelb, der Mond weiß. Doch das Leben ändert sich radikal. Für Ernst Walter Stummer war am 14. August 2005 so ein Abend. Er ging zu Bett. Am nächsten Tag war er zweifacher Vater.

Das Geständnis

Am 15. August 2005, ohnehin nur 11 Tage nach der Hochzeit, eröffnete ihm seine frisch Angetraute, Maribel Stummer, dass sie in den Philippinen eine Familie, einen Buben mit 8 und ein Mädchen mit 12 Jahren und einen Lebensgefährten hat, mit dem sie nicht verheiratet ist. Es stellte sich heraus, dass seine Ehefrau nicht die junge, freie, kinderlose 28-jährige Asiatin war, die nur darauf wartete, dass der 66-jährige ehemalige Langzeitsträfling (30 Jahre Haft) und Ex-Einbrecherkönig (17 Jahre Freiheit als Erwachsener) auf sie wartete und ihr einen Heiratsantrag machte. Sie war – wie man in gebildeten Wiener Kreisen sagt – eine Angstochene, eine Frau mit Kindern.

Annulierung oder Absolution?

Stummer war perplex. Er dachte über die Annulierung der Ehe nach. Freunde rieten ihm zur sofortigen Annulierung. Für die 135 Euro Kosten ließe man sogar den Hut in die Runde gehen. Aus Solidarität. Denn Stummer wurde seit November 2004 total angelogen. Seine Frau erwähnte zehn Monate lang nie etwas von Kindern und er ging am 4. August 2005 unter gänzlich falschen Voraussetzungen zum Standesamt. Am 16. August 2005 ließ Stummer per Email wissen:

„Sie sagt, sie hat in den Philippinen eine Familie… Ich sagte, die Kinder akzeptiere ich, weil ich Kinder gerne habe, den Mann natürlich nicht. Sie schickt von ihren 150.- EUR, die sie monatlich kriegt, 80.- EUR heim. Den Lebensgefährten liebt sie… Sie sagt mir auch immer, sie liebt mich… Sagen kann man viel… Ich bin mir im Unklaren, was ich will. Ich möchte sie eigentlich behalten, weil ich sie ganz gern hab. Andererseits bekäme ich viel schönere aus den Philippinen.“

Aufatmen verführt

Ein Aufatmen ging durch die Runde. Stummer am 17. August 2005: „Ich stellte Maribel heute das Ultimatum. Wir führen eine echte Ehe, oder sie geht zu ihrer Freundin in den 10. Bezirk zurück und ich lasse die Ehe anullieren und schicke einer süßen anderen Philippinin das Ticket zum Kommen, sobald ich das Geld habe.“

Noch einmal: Kollektives Kopfnicken. Richtig so. Der griechische Chor: Wo kommen wir denn da hin! Doch das war verfrüht, wie sich heraus stellen sollte. Es kam ganz anders. Plötzlich kam nämlich eine Krankheit ins Spiel.

Nun als Belohnung: Mitversichert!

Email vom 17. August 2005: „Heute Nacht weckte mich Maribel um etwa 2 Uhr, sie hat Schmerzen in der linken Bauchgegend. Ich fragte, ob sie ins Krankenhaus will, ja. Ich fragte den Ärztenotruf und wollte, dass sie mit dem Arzt redet, aber das wollte sie nicht und meinte, sie will in der Früh zum Arzt. Um etwa 5 weckte sie mich wieder und wollte ins Krankenhaus, wo ich sie auch hinbrachte. Telefonisch ist die Krankenkasse nicht zu erreichen, weshalb ich schon vorige Woche schrieb, sie sollen Formulare schicken, aber gleich nach dem Krankenhaus fuhr ich zur Krankenkasse im 9., und bekam ein Formular, das ich vom AMS bestätigen ließ und morgen melde ich Maribel mit heutigem Datum, das von der Krankenkasse schon abgestempelt ist, als Mitversicherte an.“

Wie es scheint, liegen nun folgende Zusammenhänge vor: Die Ehefrau verheimlicht ihm einen Lebensgefährten, zwei Kinder. Sie hat keine Einkünfte, arbeitet nichts, spricht kein Wort Deutsch. Es gibt keinen Sex. Es dürfte so sein: Stummer wechselte die Branche. Er wurde Sozialarbeiter.

Marcus J. Oswald (Ressort: Verteranen, Ernst Walter Stummer)

2 Antworten

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  2. […] die er im August 2005 heiratete, mit der aber nichts erlaubt war (es waren zwei sexlose Jahre, sie verheimlichte ihm zwei Kinder in den Philippinen und einen dazugehörigen Mann). Mitte 2007 war Scheidung. Beide Fälle zeigen seine Naivetät und waren von Seiten der Frauen […]


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