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Dietmar K. Guggenbichler gegen UNO-Shoppingcenter

Posted in Detektive by sicherheitwien on 4. Juni 2006

Dietmar K. Guggenbichler Ende der 80er Jahre beim Lucona-Skandal. Nun in Linz aktiv! (Fotoquelle: Der Fall Lucona, Hans Pretterebner)

(Wien, im Juni 2006) Dietmar K. Guggenbichler ist der bekannteste Detektiv Österreichs – nach Walter Pöchhacker (Wien) und Walter Penk-Lipovsky (Wien). Nun mischt der 62-Jährige die Linzer Szene auf und klagt 170.000 Euro Auftragshonorar beim Geschäftsführer des UNO-Shoppingcenters ein.

Tiefenrecherchen

Im Jahr 2004 beauftragte die Eigentümerfamlie des Shopping Centers „UNO“ in Linz-Leonding den Detektiv mit der Installierung einer Überwachungsanlage. Zugleich hatte das Einkaufscenter Probleme mit dem Raumordnungsplan. Seit Jahren wollte es erweitern, doch das misslang. Die Landesregierung Oberösterreich machte dem Eigentümer einen Strich durch die Rechnung. Jahrelang wurden Expansionspläne zurück gewiesen.

Dann soll der Detektiv beauftragt worden sein, „Munition“ (wie er es sagt) gegen einflussreiche „Persönlichkeiten aus Wirtschaft und Politik“ Oberösterreichs zu finden, damit die Inhaberfamilie Handlbauer im Lobbying gegen die Landesregierung ein stärkeres Gewicht zur Hand hat. Offiziell war dieser Auftrag nie. Laut Auskunft des gegnerischen Rechtsanwalts Dr. Walter Müller existierte nur ein Auftrag für das Videoüberwachungssystem.

Aufgezeichnete Telefonate

Doch Guggenbichler ist natürlich nicht einer, der auf den Fettaugen der Nudelsuppe schwimmt. Er ist Freischwimmer und zeichnet, wie jeder intelligente Mensch, Telefonate auf. Zur Sicherheit. Und aus solchen Telefonaten soll hervor gehen, dass er im Vorfeld des Lobbying um eine neue Raumordnung für den Shoppingcenter mitgemischt haben soll. Fakt ist: 2005 gab es dann nach jahrlanger Weigerung seitens der oberösterreichischen Landesregierung tatsächlich einen neuen, verbesserten Raumordnungsplan für das UNO-Shoppingcenter in Linz-Leonding.

Nun pocht Guggenbichler auf sein Honorar in der Höhe von 170.000 Euro. Der Junior-Geschäftsführer Christoph Handlbauer will von einer Beauftragung in dieser Sache nichts wissen. In der Tat dürfte es eher eine Abmachung zwischem dem Seniorchef und Guggenbichler gewesen sein.

Stelldichein

Da sich die UNO-Einkaufszentrum GmbH jedoch weigert zu zahlen, zog der Detektiv vor Gericht. Und verspricht Enthüllungen. Die Linzer Richterin Amalia Berger-Leitner vertagte die erste Sitzung Mitte Mai 2005. Guggenbichler-Anwalt Dr. Michael Metzler versprach, dass es zum Auftrag für Recherchen über die Persönlichkeiten, die den Raumordnungsplan blockierten, Schriftliches und aufgezeichnete Telefonate gab.

Die Oberösterreiche Nachrichten, beim Prozess vor Ort, schrieb am 13. Mai 2006, dass die Liste der Genannten ein „Stelldichein der heimischen Prominenz aus Wirtschaft und Politik“ sei.

Vorerst muss im Verfahren die „Auftragsvergabe“ geklärt werden. Daher wird der Seniorchef Josef Handlbauer als Zeuge befragt. Erst dann kämen die durchleuchteten Promis an die Reihe.

Marcus J. Oswald (Ressort: Detektive)

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