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Wiener Polizei sucht 100 Polizisten via AMS

Posted in Bundespolizei, Polizei Wien by sicherheitwien on 8. April 2009

Insbesondere darf darauf hingeweisen werden, dass es sich bei dem Polizeiberuf um einen tatsächlich krisensicheren Beruf handelt. (Zitat Inserat) - Wiener Polizei sucht 100 neue Polizisten. (Quelle: AMS Inserat 3817954, 6. April 2009)

(Wien, im April 2009) In Wien gibt es viele Forderungen, die den Alltag leichter machen:

  • Fiaker-Pferde sollen keine Rossknödel auf die Straße fallen lassen. Die „Pooh-Bags“ wurden eingeführt. Doch nicht alle tragen sie.
  • Taxifahrer sollen mit japanischer Fracht nicht für die Tour Staatsoper – Volkstheater via Westbahnhof und über Ottakring fahren. Es gibt immer wieder „schwarze“ Schafe unter den vielen ehrlichen Taxilenkern.
  • Dritte Forderung: Der Verzehr mitgebrachter Speisen soll in den Wiener U-Bahnen und Straßenbahnen wegen Geruchs- und Dampfbelästigung der chemischen Geschmacksverstärker verboten werden.
  • Vierte Forderung: 150.000 Wiener Hunde sollen in Wien nicht in Grünflure, Parkflächen und Buschnester scheißen. Wenn doch, sollen bei sonstiger Verwaltungsstrafe von 36 Euro die Halter die Würstel aufsammeln.
  • Fünfte Forderung: Besserer Schutz für Fahrräder. Dem Herausgeber wurde erst am 23. April 2009 seines (und zwar das sechste Mal seit 1998) gestohlen.

Für all das ist im weitesten Sinn die Wiener Polizei zuständig. Und natürlich für vieles mehr, obwohl es in Wien für Ordnungsdinge mittlerweile schon acht weitere uniformierte Dienste gibt, bei denen die Verwechslungsgefahr zur originalen Polizei hoch ist.

Älteste Forderung: Mehr Polizei!

Daher ist eine der ältesten Forderungen in Wien, vermutlich seit Bürgermeister Karl Lueger: Mehr Polizei! Der derzeitige Bürgermeister Michael Häupl posaunt in jeder Sonntagsrede immer das gleiche: „1.000 Polizisten mehr!“ Diese Forderung ist in seiner Massiertheit inflexibel. Doch sie hat Spannkraft und zeigt, dass der populäre Bürgermeister seinen Vorgängern nicht nachstehen will. Einmal forderte er, dass die Wiener Polizei mit ihrer speziellen, Rathaus treuen (daher: SPÖ-nahen) Einstellung nach seiner Ansicht in den Landesdienst übernommen gehört. Die Wiener Polizei wäre als eigene Magistratsabteilung vorstellbar. Da spielte das konservative Innenministerium nicht mit. Dennoch: Der Wiener Bürgermeister versteht es, das Thema Polizei auf positive Weise im Gespräch zu halten. Für ihn ist die Polizei Freund und Helfer. Dass die Wiener Polizei auch ein Intrigantenstadel ist, in der sich drei Gewerkschaften (rot, schwarz, blau) konkurrieren, ist auch Teil einer politischen Wahrheit.

Frische Kräfte

Von Politik wissen die neuen und künftigen Polizisten noch wenig. Sie werden nun gesucht und ausgebildet. Das Inserat via Arbeitsmarktservice (AMS, Zahl 3817954 vom 6. April 2009) beschreibt die Voraussetzungen: „Alter 18-30“, „Österreichische Staatsbürgerschaft“, „volle Handlungsfähigkeit“, „Leumund“, „amtsärztliche Eignung“, „Präsenzdienst erledigt“, „Führerschein Klasse B (PKW)“.

Auslese

Die 100 Neuen werden ausgesiebt. Üblicherweise dauert ein Vorauswahlverfahren von Freitag bis Sonntag. Gemacht werden: Intelligenztests, Gedächtnis- und Schreibtests. „Exploration“ im Einzelgespräch mit einem Psychologen. „Polizeiamtsärztliche Untersuchung“. Sporttests wie 3.000 Meter Laufen, 100 Meter Schwimmen, Liegestütze und ein Koordinationslauf.

Gewichtung auf Athletik

Aus eigener Erfahrung kann der Herausgeber dieses Journals berichten, dass bei Auswahlverfahren eher auf sportmotorische Dinge (Kondition, Ruhe, Fitness) Wert gelegt und weniger auf bildungs- und wissensspezifische Werte Bedacht genommen wird. Die meisten Bewerber scheitern auf Grund der Körpermaße (zu schwach, zu klein – Minimalanforderung ist 1,68 M bei Männern und 1,63 M bei Frauen) oder an leichter Nervösität im Rahmen des Settings des dreitägigen Vorauswahlverfahrens. (Als der Herausgeber 1985 in Linz in der oberösterreichischen Gendarmerie – OÖ. Sicherheitsdirektion – ein dreitägiges Auswahlverfahren mitmachte, schnitt er unter 180 Bewerbern auf Platz 18 ab. Es wurden nur 15 Bewerber genommen und das war knapp daneben.)

Die Wiener Polizei startet eine Personaloffensive und sucht für eine zweijährige Ausbildung mindestens 100 neue Frauen und Männer, die auf die österreichische Fahne einen Eid ablegen. (Foto: BMI)

1.000 Polizisten sucht Wien und 100 Schulabgänger oder Berufswechsler sollen nun gefunden werden. Man kann davon ausgehen, dass sich tatsächlich 1.000 Bewerber und Bewerberinnen finden, aus denen 100 gewählt werden.

Die Zahlen rund um die Personaloffensive sind widersprüchlich. Man muss konkret bleiben: Die politische Forderung des Bürgermeisters (zugleich Landeshauptmann von Wien) lautet „1.000 Polizisten mehr“. Das AMS-Inserat (Kopfbild oben) sagt „100 Polizisten“ werden ab Beginn 2009 zwei Jahre lang ausgebildet. Die Webseite der Wiener Polizeidirektion wiederum spricht von 450 neuen Kräften. Die Wahrheit wird wohl in der Mitte liegen. Man braucht vor allem fähige Bewerber. Neun Mal so viele als man nehmen kann, da die Drop-Out-Quote 90 zu 10 ist.

Zwei Jahre Polizeischule

Den Bewerbern blüht: 24 Monate Polizeischule. Laut Inserat sind das (bei kargem Netto-Lohn von rund 800 Euro) „12 Monate Theorie“, „2 Monate Praxis“, „7 Monate Theorie“, „Dienstprüfung“ und noch einmal „3 Monate Praxis“. Die Ausbildung erfolgt in Wien, Traiskirchen (NÖ), Eisenstadt (BGLD), Krumpendorf (KNTN). Dienstort ist Wien. „Den Absolventinnen wird ein Arbeitsplatz in Wien garantiert“, heißt es im Inserat im Arbeitsmarktservice (AMS).

Ho. Polizei: „Krisensicherer Beruf“

„Insbesondere darf darauf hingeweisen werden, dass es sich bei dem Polizeiberuf um einen tatsächlich krisensicheren Beruf handelt.“ So das Stelleninserat.

Bewerber richten sich an: Landespolizeikommando Wien, Abteilung Personal und Logistiksteuerung, Schottenring 7-9, 1010 Wien. Telefon: 01-31310.

Infonachmittag

Am 16. April 2009 findet um 13 Uhr 30 eine Informationsveranstaltung im Berufsinformationszentrum Wien am Hietzinger Kai 139, 1130 Wien statt.

AMS Inserat 3817954 - 6. April 2009 (Quelle: AMS)

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Bewerbungsformulare finden sich hier in der Verlinkung zum Download.

20-Seiten Information zum Aufnahmeverfahren in die Polizei
Fragebogen zum Familienstand und Ausbildung
Fragebogen zum Berufsstand und derzeitiger Beschäftigung
Offizielles Antragsformular für Bewerber
Ärztlicher Fragebogen
Sicherheitsfragebogen (etwa Pkt. 9 „Besteht gegen Sie ein aufrechtes Waffenverbot?“)

Marcus J. Oswald (Ressort: Bundespolizei, Polizei Wien)

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