Ruhe und Ordnung – Das Sicherheitsmagazin

In Wels startet die Ordnungswache

Posted in Sicherheitsbranche by sicherheitwien on 12. Juli 2009

In Wels sieht die Ordnungswache nun nach der Ordnung. Im Bild Bürgermeister Dr. Peter Koits mit den Uniformierten.
(Foto: Rathauskorrespondenz Wels)

(Wels/Wien, im Juli 2009) Wels ist mit 58.000 Einwohnern die siebtgrößte Stadt Österreichs. Die Kriminalität ufert trotz „Ausländeranteil“ in der Bevölkerung von fast 20% nicht aus. Die Aufklärungsquote liegt über der von Linz. Die Jugendkriminalität mit Delikten wie Vandalismus, Sachbeschädigung, Körperverletzung liegt unter dem oberösterreichischen Landesschnitt (OÖ 17%) bei knapp 15% am Gesamtdeliktsstand. Die Aufklärungsquote der Jugendkriminalität liegt in der Messestadt Wels bei über 50% (Linz knapp: 40% bei Jugendkriminalität). Insgesamt ist Wels keine „kriminelle Hochburg“. Aber die kleinen Delikte wollen reduziert werden.

Sparstift bei Polizei

Die Welser Polizei wurde sukkzessive eingespart. Der Personalstand schrumpfte gegenläufig zum steigenden Einwohnerstand von 213 auf derzeit 174 Beamte. In der siebtgrößten Stadt Österreichs ist die Stadtregierung nun der Meinung, dass beim engen Personalstand die Polizei nicht mehr sichtbar auf den Straßen sein und keine Fußstreifen mehr durch die innere Stadt machen kann. Daher hat der Bürgermeister eine „Ordnungswache“ ins Leben gerufen. Der Beschluss erfolgte im November 2008, der Startschuss im Juli 2009.

Magistratsangestellte

Die „Ordnungswache“ ist der Abteilung „Bürgerdienst“ des Magistrates unterstellt und es handelt sich um Magistratbedienstete. Der SPÖ-Bürgermeister Peter Koits sagt, dass man die neunköpfige „Ordnungswache“ nicht als „Stadtwache“ sieht und auch nicht als Polizeiersatz. Die Kompetenzen sind schmal. Die Ordnungswache darf nur die Exekutive informieren und abmahnen. „Sie dient der Prävention“, heißt es.

Kleine Ordnung erhalten

Ziel der Wache ist es, das subjektive Sicherheitsgefühl zu heben. Denn die „Ordnungswache“ trägt Uniform, blaue Hose, hellblaue Hemden und rote Tellermütze. Es sind acht Männer und eine Frau. Von der Welser Stadtpolizei wird das nun umgesetzte Vorhaben begrüßt. Stadtpolizeikommandant Klaus Hübner sieht eine Ergänzung zum Polizeidienst, aber keinen Ersatz. Die „Ordnungswache“ könne nicht gemeinsam mit der Exekutive „auf Streife“ gehen. Das sei aus Datenschutzgründen ausgeschlossen. Außerdem darf die „Ordnungswache“ den Polizeifunk nicht mithören. Sie darf aber kleine Dinge erledigen, wünscht die Polizei: Etwa in Fußgängerzonen dafür sorgen, dass nicht Rad gefahren wird, im Vergnügungsviertel nächtens kontrollieren, dass die Nachtruhe eingehalten wird oder mithelfen, dass die Bettlerverordnung eingehalten wird.

Schwerpunkt Wochenende

Die Einsatzzeiten der „Ordnungswache Wels“, die sich hauptsächlich in der Innenstadt bewegt (und vom Herausgeber schon auf Patroullie gesehen wurde): Montag von 9 bis 17 Uhr 30, Dienstag und Mittwoch von 9 bis 24 Uhr, Donnerstag und Freitag von 9 Uhr bis 6 Uhr früh des nächsten Tages, Samstag von 13 Uhr 30 Uhr bis Sonntag 6 Uhr und Sonntag von 13 Uhr 30 bis 23 Uhr.

Kosten: 300.000 Euro pro Jahr

Angrenzende Gemeinden hatten dieses System angedacht, aber nicht verwirklicht. Als sie gehört haben, was es kostet, war die Überlegung rasch schubladiert. Die Messe- und Sportstadt Wels (Staatsmeister Herrenbasketball; Staatsmeister Frauenlandhockey, derzeit wird um 23 Millionen Euro ein Fußballstadion sowie eine Basketballhalle für 4.000 Sitzplätze gebaut) gibt 300.000 Euro Steuergeld im Jahr für neun Mitarbeiter der „Ordnungswache“ aus.

Marcus J. Oswald (Ressort: Sicherheitsbranche)

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