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Dietmar K. Guggenbichler in Konkurs – Fehde mit BZÖ

Posted in Detektive by sicherheitwien on 21. Juli 2009

Detektiv Guggenbichler geriet zwischen die Fronten und in Geldnot. Nun in Konkurs. (Foto: Hans Pretterebner)

(Wels/Wien, im Juli 2009) Nach Informationen des Nachrichtenportals orf.at ist der wohl bekannteste, vor allem aber schrillste Detektiv Österreichs in Konkurs geschlittert. Es sei auch Opfer einer Fehde mit dem „Bündnis Zukunft Österreich“ (BZÖ) in Kärnten geworden.

Wahrheit ist aber wohl, dass er sich selbst zwischen den Fronten aufgerieben hat. Denn: Noch 2006 arbeitete er in Diensten der FPÖ-Kärnten und hatte laut orf.at den Auftrag, den direkten politischen Konkurrenten und Kärntner BZÖ-Chef Jörg Haider zu durchleuchten. Die FPÖ suchten nach politisch verwertbarer Munition gegen den damals wie ein Fürst im Süden herrschenden Politiker. Als nach einer Anzahlung von 10.000 Euro die Freiheitlichen auch private Investigationen gegen den Landeshauptmann verlangt haben sollen, beendete Guggenbichler den Job. Darauf soll er beim Finanzamt angezeigt worden sein und Probleme nahmen ihren Lauf.

Wendehals

Dann nahm die Geschichte eine merkwürdige Wende. 2009 zeigte Guggenbichler den ehemaligen Ziehsohn und Pressesprecher des Jörg Haider, Stefan Petzner, bei der StA Klagenfurt an und hielt fest, dass er durch ihn um eine halbe Million Euro geschädigt wurde. Hintergrund soll sein, dass Jörg Haider dem Detektiv in die Hand versprochen habe, dass der heute 65-jährige Privatschnüffler als Sicherheitsbeauftragter im BZÖ beschäftigt werde. Ziehsohn Petzner habe das aber blockiert und nie umgesetzt. Dadurch sei dem Detektiv der genannte „Schaden“ von 500.000 Euro erwachsen. Hintergrund sei auch, dass Guggenbichler in Geldnöten Haider ersucht habe, bei der Organisation eines Kredites zu helfen. Die Hypo-Alpe-Adria mit Sitz in Kärnten gab schließlich 150.000 Euro. Die Raten wären aus einer Anstellung beim BZÖ bedient worden, da von Haider eine Jobzusage als „Sicherheitsbeauftragter“ vorlag.

Politische Situation veränderte sich

Daraus wurde nichts. Haider starb im Oktober 2008 im Straßenverkehr und nicht nur der Nobelpuff „Babylon“ verabschiedete sich nach dessen Ableben aus Klagenfurt, weil „die politischen Rahmenbedingungen nicht mehr sicher“ seien. Auch der Detektiv Dietmar Karl Guggenbichler, der Mitte der 80er Jahre zusammen mit dem späteren FPÖ-Nationalrat und „Sozialistenfresser“ Hans Pretterebner den Lucona-Kriminalfall praktisch im Alleingang aufgedeckt hatte und so zu Ruhm und Ehre gelang, verabschiedet sich mit seiner in Strau (bei Ferlach) ansässigen Firma. Die Detektei meldete dieser Tage beim Kreditschutzverband 1870 Konkurs an.

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Frühere Fehden:
Dietmar K. Guggenbichler gegen UNO-Shoppingcenter (4. Juni 2006)

Marcus J. Oswald (Ressort: Detektive)

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