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Operation Charly verfolgte Kinderpornografen

Posted in Bundeskriminalamt, Kinderpornografie by sicherheitwien on 20. Dezember 2010

(Wien, im Dezember 2010) Die jüngste Polizeioperation gegen Kinderpornografie hieß „Charly“ und sie richtete sich gegen einen Server in Luxemburg, der entsprechendes Material anbot.

Der Download-Server war in der Szene gut bekannt. Weltweit griffen rund 10.000 IP-Adressen zu. Aus Österreich wurden 63 Adressen ausfindig gemacht, rückverfolgt und bei den meisten auch tatsächlich kinderpornografisches Material gefunden. 107 Anzeigen wurden durch neun Landeskriminalämter gelegt.

„Operation Charly“ war die zweitgrößte Aktion gegen KIPO nach der „Operation Sledge Hammer“ im März 2009, bei der 953 Österreicher mit IP-Adressen vertreten waren.

Einige Verdächtige aus „Charly“ sind alte Bekannte früherer Suchaktionen der Polizei, etwa von „Geisterwald“ oder der genannten „Sledge Hammer“. Je ein Österreicher war bereits in einer dieser Operationen als Verdächtiger geführt und damit Stammkunde der Polizei.

Alle Schichten, alle Klassen, alles wie gehabt

Die sozialen Schichten der Treffer waren – wie immer – allgegenwärtig, auch Akademiker, fünf Erzieher und viele Pensionisten, die das Internet weniger als politisches Austauschmedium nutzen, sondern ihre Tagesfreiheit mit Sexbilderschauen ausfüllen. Altergruppen, wie immer bei Aktionen gegen Kinderpornografie: 18 bis 70-Jährige.

Ein Verdächtiger aus der Steiermark hatte eine starke Festplatte: Er speicherte 20.000 Bilder und 300 einschlägige Videos. Bei zwei Verdächtigen aus Österreich wurden selbst angefertigte Bilder gefunden, vornehmlich von Nachbarskindern in der Badewanne.

Österreich-Abteilung nur ein Prozent

Die „Österreich-Abteilung“ der IP-Adressen machte am Luxenburg-Server nur ein Prozent aus. Die Anzeigen nach Bundesländer gegliedert, zeigt sich am Ende der Operation, die bereits 2009 anlief und ein Jahr dauerte, in diesen Mengen: Burgenland 5, Kärnten 6, Niederösterreich 19, Oberösterreich 12, Salzburg 8, Steiermark 19, Tirol 3, Vorarlberg 3 und wie meist bei Anti-KIPO-Aktionen, am Stärksten natürlich Wien mit 32 Anzeigen.

Marcus J. Oswald (Ressort: Bundeskriminalamt, Kinderpornografie)

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