Ruhe und Ordnung – Das Sicherheitsmagazin

Punschstreifen und Planquadrate gegen Alkoholmissbrauch

Posted in Bundespolizei by sicherheitwien on 23. Dezember 2010

Im Advent 2010 wurden österreichweit 88.657 Verkehrskontrollen durchgeführt und 2.483 Trinker angezeigt. Manche verloren ihre Lenkerberechtigung für ein halbes Jahr. (Foto: BMI)

(Wien, im Dezember 2010) Laut Verkehrsstatistik des abgelaufenen Jahres 2010 macht der kausale Zusammenhang zwischen schwersten Unfällen und Saufen nur knapp fünf Prozent aus. Diese Statistik trügt, da sie nur schwere Fälle mit Todesfolge beziffert.

Alkohol weit verbreitet

Bei kleinen Unfällen mit Sach- und Personenschäden ist der Alkoholeinfluss stark verbreitet, schafft es aber nicht in die Medien und damit nicht zu „Aufmerksamkeit“. Saufen gilt in Österreich immer und seit jeher als Kavaliersdelikt. Daher setzte die Kavallerie in Österreich im Dezember 2010 auf verstärkte Verkehrsüberwachung und Kontrollen. Das geschah an stark befahrenen Straßen, aber auch rund um Punschzentren. Damit sollte die „Trunkenheit am Steuer“ bekämpft werden.

Die Aktionen begannen ab 27. November 2010 in mehreren Bundesländern und nannten sich „Punschstreifen“ und „Planquadrate“. Das Ergebnis liegt nun vor.

Rigoroses Blasen in die Röhre

So wurden im Advent 2010 insgesamt 88.657 Alkoholkontrollen durchgeführt. 2.483 Alkolenker wurden ertappt und angezeigt. Im Einsatz waren 1.200 Vortestgeräte und 1.600 Alkomaten. Das ist eine deutliche Erhöhung des Einsatzes zu 2009. Im Dezember 2009 wurden rund 50.000 Alkoholkontrollen durchgeführt und 1.400 Alkolenker ertappt und angezeigt.

Wie rigoros das Durchgreifen im Advent 2010 war, konnte auch der Herausgeber dieser Seite verspüren: Er fuhr nächtens um 2 Uhr früh mit dem Rad bei Rot über eine leere Kreuzung. Leider kam von links ein Polizeiauto und stoppte das Fahrrad. Der Herausgeber war gut gelaunt, aber nüchtern. Dennoch vermuteten die Polizisten Alkohol im Spiel und der Herausgeber musste in die Röhre blasen: 0,00 Promille! Für das Rotfahren gab es 36 Euro Strafe!

Halbes Jahr Führerscheinverlust droht

Andere hatten tatsächlich doppelte Sicht. Im Advent 2010 wurden österreichweit einige schwer alkoholisierte Fahrzeuglenker mit weit mehr als zwei Promille aus dem Verkehr gezogen. Führerscheinverlust von sechs Monaten ist normal, dazu Nachschulungen und Geldstrafen zwischen 1.600 und 5.900 Euro.

Laut Statistik von Jänner bis September 2010 reduzierten sich Autounfälle, bei denen Alkohol im Spiel ist, um 9,5 Prozent, 12,1 Prozent bei Verletzten und 32,4 Prozent bei Alkoholtoten (von 37 auf 25) zum Vorjahr. Allein im Dezember 2009 ereigneten sich fünf tödliche Verkehrsunfälle, 2010 waren es nur mehr zwei.

Marcus J. Oswald (Ressort: Bundespolizei)

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