Ruhe und Ordnung – Das Sicherheitsmagazin

Erstes Jahr Verein „Safer Cities“ in Villach

Posted in Aus den Vereinen by sicherheitwien on 12. März 2011

Erstes Jahr um: Peter Komposch baute ab März 2010 in Villach den Verein Safer Cities auf. (Foto: safercities.at)

(Wien, im März 2011) Wer in Wien regelmäßig die „Kleine Zeitung“ (größte Bundesländerzeitung Österreichs) aus Graz liest, weiß, dass es in Villach seit exakt einem Jahr eine Privatinitiative gibt, die als unabhängige Plattform für mehr Sicherheit in der knapp 60.000 Einwohner umfassenden Stadt bieten will. Der Verein wurde am 3. März 2010 konsolidiert und am 12. März 2010 eingereicht. Am 24. März 2010 hat der Verein „Safercities“ erste Sitzung.

Gegründet im März 2010

Das war die Zeit, in der in Villach probeweise von Seiten der ÖVP auf eine Ordnungswache in der Innenstadt gedrängt wurde. Tatsächlich gründete nur zwei Tage später die Villacher ÖVP die Initiative „sicher furtgehen“, die zwei Monate bestand, aber vom Gemeinderat keine Deckung erhielt. Doch damit gab es in Villach im März 2010 plötzlich zwei „konkurrierende“ Initiativen, die parallel zur Polizei Aufklärungs- und Bewußtseinsarbeit machen wollten. Nicht ohne wechselseitige Kritik.

Safer Cities – parteifrei und unabhängig

Der Verein „Safercities“ hat mit der Parteiinitiative der ÖVP nichts zu tun. Es ist ein Privatverein rund um DI Peter Komposch und Mitstreiter. „Safercities“ will aus der Bevölkerung heraus ohne Effekthascherei helfen. Und auch mit anderen Vereinen in Verbindung treten. So erwartet man von einer Kooperation mit dem „Verein der Hausbesitzer“, dass sich mehr Bürger eine Alarmanlage einbauen. Dafür würde der „Verein Safercities“ Rabatte anbieten. Daneben bietet man Selbstverteidigungskurse an. Man begann eine Türsteherausbildung mit dem Wifi (2. Lehrgang 2011) und eröffnete eine Jugendplattform „sicher ausgehen“. Aktive im Verein nehmen Einladungen in Wien an, um Kontakte zu knüpfen. So trafen Vereinsvertreter am 18. Dezember 2010 den Obmann von „Pro Nachbar“, der in Wien eine ähnliche Initiative betreibt und laut eigenen Angaben 5.000 Vereinsmitglieder hat. Die komplette Tätigkeit des ersten Villacher Vereinsjahres ist hier im News-Thread nachzulesen.

Kleiner Deckungsbeitrag durch Mitglieder

Apropos Kostendeckung: Jahresmitgliedschaft im Villacher Verein kostet für Private 30 Euro und für Gewerbliche 100 Euro pro Jahr. Mit diesem Geld will man die Wachsamkeit der Bevölkerung und das Miteinander sensibilisieren und die Vereinsarbeit ausbauen. Diese fußt auf einem „Drei-Säulen-Konzept“: „Sicheres Wohnen“, „Sicheres Ausgehen“ und „Soziale Prävention“. Durch Vernetzung und viele Mitglieder will man in Villach diese Vorhaben umsetzen und Villach zu einer sicheren Stadt machen.

Man geht dabei nicht „auf Streife“ wie Privatsheriffs, wovon man im Verein „safercities“ nur dann etwas hält, wenn es „integrierte Massnahmen“ sind und nicht bloß kurzfristige, medientaugliche, weil sich Politiker sonnen wollen. Der Verein setzt auf „Beratung“ und „Gespräch“ mit Bewohnern, eine Art „kriminalpolizeilicher Beratungsdienst“ von einem Fachverein.

Dreijahresplan: Villach sicherer machen

Das erste Jahr ist vorüber und der Verein motivierter denn je zuvor. Man hat sich im März 2010 das ehrgeizige Ziel gesetzt, dass was weitergeht in Villach. „In drei Jahren Trendumkehr beim Einbruch“ in Villach, „in fünf Jahren 50% aller Eigenheime mit Alarmanlage“, so die Zielvorgabe im Vereinskonzept. Ob das gelingt, kann man aus der Ferne schwer einschätzen. Es dürften vernünftige, enthusiastische Kräfte am Werken sein, die Beiträge durch Beratung leisten wollen. Der Verein hat mittlerweile einen dreijährigen Rahmenvertrag mit der Stadt Villach und man will EU-Projekte zum Thema Sicherheit (Ausbildung, Fortbildung) nach Villach holen und die Bevölkerung einbinden. Ehrgeizige Ziele, die den Obmann Peter Komposch und seine Helfer optimistisch in die Zukunft schauen lassen.

Marcus J. Oswald (Ressort: Aus den Vereinen)

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