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Kartelle knipsen Edison aus – Film über Energiesparlampe

Posted in Haushalt, Kino, Medien by sicherheitwien on 19. September 2011
In einer Energiesparlampe dürfen laut EU 5 Milligramm Quecksilber enthalten sein. Das Schwermetall ist sonst EU-weit in Haushalten verboten. EU-weit besteht ein Ausfuhrverbot für Quecksilber. Mit der EU-weiten Umstellung von Glühbirnen auf teure, aber zerbrechliche Energiesparlampen kommt das Quecksilber wieder in Haushalte. Das thematisiert ein Dokumentarfilm dieser Tage. (Foto: Sequenz Bulb Fiction)

In einer Energiesparlampe dürfen laut EU 5 Milligramm Quecksilber enthalten sein. Das Schwermetall ist sonst EU-weit in Haushalten verboten. EU-weit besteht ein Ausfuhrverbot für Quecksilber. Mit der EU-weiten Umstellung von Glühbirnen auf teure, aber zerbrechliche Energiesparlampen kommt das Quecksilber wieder in Haushalte. Das thematisiert ein Dokumentarfilm dieser Tage. (Foto: Sequenz Bulbfiction)

(Wien, im September 2011) Im Frühjahr 2010 ist in Bayern in einem Kinderzimmer eine Energiesparlampe zerbrochen. Quecksilber trat aus. Das Kleinkind verlor alle Haare und hat seither eine Glatze.

Diesen Vorfall nimmt der Dokumentarfilm „Bulbfiction“ zum Anlass, um die EU-Gesetzgebung zur Abschaffung der Glühbirne, die es seit der Erfindung von Thomas Edison 1881 gab, zu untersuchen.

2009 trat die EU-Richtlinie in Kraft, die den Verkauf von Glühbirnen stufenweise untersagt. Derzeit läuft ein „Review“ der Verordnung durch die EU-Kommission, die in 2 Jahren und elf Monaten abgeschlossen sein soll (Endvollzug 2016). Der Film folgt der Spur, warum das Verbot kam und bringt jede Menge Stimmen auf die Kinoleinwand, die die „Lichtindustrie“ beleuchten. Mit der zwangsweisen Einführung der Energiesparlampe ist dieses Produkt das einzige, das im Haushalt Quecksilber beinhaltet. EU-weit herrscht sonst Quecksilberverbot in privaten Haushalten.

Gefahren der neuen Glühbirne

Die Reise zum Filmbeginn führt den Tiroler Regisseur Christoph Mayr in die Zentrale nach Schweden zu „Ikea“. Der Möbelkonzern hat bereits seit 2010 komplett auf Energiesparlampen („Kompaktstofflampen“) umgestellt und keine Glühbirnen mehr im Verkauf. Der Leiter der Abteilung „Nachhaltigkeit“ wird kurz befragt. Lag es am Englisch oder weiß er sonst nichts: Er gibt sich schmallippig. Nein, ihm sind keine Probleme mit den verästelten, dünnhäutigen Energiesparlampen bekannt. Der Filmemacher fragt ihn in Michael Moorescher Zurückhaltung, was geschieht, wenn eine Energiesparlampe im Haushalt zerbricht. Keine große Tragödie, es sei fast kein Quecksilber drinnen. Die Befragung bei einem Massenretailer, der weltweit über 300 Filialen und über 120.000 Mitarbeitern führt, bringt nichts zu Tage, was dem Film nützt. Außer der Erkenntnis, dass Händler nicht unzufrieden über das EU-Gesetz sind. Kostete eine alte Glühbirne 60 Cent, muss man für eine neue 6 Euro auf den Tisch legen.

Regiesseur und Interviewer Christoph Mayr aus Tirol. (Foto: Filmproduktion)

Regiesseur und Interviewer Christoph Mayr aus Tirol. (Foto: Filmproduktion)

Der Film besteht aus drei Ebenen: Eine lange Schlange an Interviews veranlassen den 1970 in Innsbruck geborenen Regisseur Mayr zu einer Weltreise: Er kommt nach Shanghai, Indien, Deutschland, Schweden, Schottland, England und natürlich Brüssel. Dort führt er Gespräche, die in knappen Zügen Statements ergeben. Die zweite Ebene ist die Illustration und Bebilderung von komplizierten Vorgängen wie EU-Gesetzwerdung oder chemische Vorgänge rund um Quecksilber und Licht. Hier wendet der Film ein altmodisches Modell aus der Web 2.0-Generation an: Comicfiguren fungieren als Avatar und erklären in Sprechblasen und Grafiken die Vorgänge. Die dritte Ebene wäre die Kommentarebene des Regisseurs aus dem Off, die die Autorenschaft verbal unterstreicht und Position bezieht. Vorweg: Es ist kein Autorenfilm, daher wird auf die dritte, kommentierende, einschätzende, wegweisende Ebene fast komplett verzichtet. Es gibt keine Sprecherstimme des allwissenden Erzählers, der den Film überlagert und zusammenhält. Regisseur Mayr, der alle Interviews führt, verzichtet darauf, die Aussagen der Interviewpartner zu bewerten. Sie sollen für sich sprechen.

Seine Bewertung erfolgt über den Schnitt, die Weglassung oder die ungeschnittene Komplettstellung eines Interviews als Kunstgriff. Einmal interviewt er eine Pressesprecherin des derzeitigen EU-Kommissars für Energieangelegenheiten. Der vormalige Kommissär war nicht zu haben, der aktuelle wollte nichts sagen, weil er damals (2009) noch nicht zuständig war. So durfte die Pressesprecherin ran. Die Kamera läuft ungeschnitten durch, die Dame lässt sich vorher eine Zusammenfassung der Frage geben und fordert den Interviewer dann auf, „nun die Frage zu stellen“. Der stellt „nun die Frage“, aber im Film wird alles gezeigt, das Vor-, Haupt- und Nachspiel. Das ist eigentlich höhergradig unseriös. Weil der Regisseur die Allmacht über den Schnitt kalt ausnützt, um eine Falle zu stellen. Er schneidet nämlich nicht! Doch sonst ist der Film seriös, die Rösser gehen ihm nur dieses eine Mal durch.

Konzerne schweigen

Der Film will aufklären und einige Gesprächspartner halfen nicht mit. Philips, Osram und die Europäische Vereinigung ELC (Verband mit sieben Weltkonzernen, der 95% aller Lampenhersteller vertritt) gaben keine Stellungnahmen ab.

Schon zu Beginn klärt der Film auf: 4.4 Milligramm Quecksilber waren im zerborstenen Lampenteil, das dem bayrischen Kleinkind eine Glatze bescherte. Die EU läßt „bis zu 5 Milligramm“ zu. Der Film schaltet eine schwarze Warntafel: 5 Milligramm Quecksilber können 5.000 Liter Wasser vergiften. Bei einem der größten Hersteller „Megaman“ wird der Regisseur vorstellig und erfrägt, was 5 Milligramm bedeuten. Der Pressesprecher, der 400 Produkte aus der Firma verteidigt, kann es nicht genau erklären, ist ausweichend. Er murmelt etwas von schwarzen Schafen, die es auch gäbe. Das Gespräch bleibt wenig ergiebig.

Wie es zur EU-Richtlinie zum Kleinthema mit größter Auswirkung, nämlich der „Beleuchtung in privaten Haushalten“ kam, zeichnet der Film nach: Ab Juni 2005 gingen einige der 20.000 Lobbyisten und einige der 23.000 Beamten Brüssels ans Werk. Es wurde eine Studie in Auftrag gegeben, danach ein „Arbeitskreis“ gegründet. Der Haken: Die Grundlagenstudie für die Richtlinie erhob nur „fünf Energiesparlampen“ (eine hatte sogar 6,6 Milligramm Quecksilber), eine Methode, die ein querbefragter Wissenschafter als „gänzlich unseriös“ einstuft. Für Brüssel reichte es. Man wollte unter dem offiziellen Deckmantel der CO2-Reduktion massiv in die Haushalte von 450 Millionen Bürgern eingreifen. Der Arbeitskreis, in dem auch Industrie-Vertreter von Osram und Philips saßen, kam nach Abschluss der Arbeit Ende 2008 zu einer sogenannten „Komitologie-Entscheidung“.

Das EU-Parlament wurde nicht befragt und stimmte auch nie über die Abschaffung der Glühbirne ab, die es seit 1881 gab. Es blieb auf Ausschluss-Ebene und wurde mit Übergangsfrist 1. September 2009 Gesetz. Stufenweise muss nun die 100 Watt, dann die 75 Watt, die 60 Watt und die 25 Watt-Glühbirne vom Markt genommen werden. Die Methode der Beschlussfassung, der Mangel an einer Zweitstudie, mangelhafte wissenschaftliche Begleitung des Ausschusses, Durchpeitschen des Themas im Namen der Lichtindustrie verleiten den Film nicht zu Unrecht von einem „Kartell“ nahe an Korruption zu sprechen. Ein Wirtschaftstheoretiker wird im Film interviewt. Er nennt es „Europa der Konzerne“ und bezeichnet die Vorgänge der „Komitologie-Entscheidung“ als undemokratisch und intransparent. Im Zusammenhang kommt ein deutscher Journalist der „TAZ“ ausführlich zu Wort. Er verweist dazu auf eine lange Tradition, worüber er schon lange recherchiert und Akten wälzt: Das „Phöbus-Kartell“.

„Phöbus-Kartell“ von Osram 1924

1924 gab es dieses Kartell, in dem führend die Firma Osram tätig war. Dazu gibt es kistenweise Sitzungsprotokolle aus Genf in einem Berliner Archiv. Sinn des Kartells war, das „Licht knapp zu halten“. Internes Motto: „Verbraucher sollten nicht zu viel Licht bekommen.“ Das Phöbus-Kartell legte die „1.000-Stunden-Glühlampe“ fest. Vorrangiges Ziel war die „Reduktion der Lebensdauer“ auf 1.000 Stunden. Damalige Hersteller wie „Merkur“ waren imstande, Glühbirnen mit 5.000 Stunden Lebensdauer auf den Markt zu bringen. Sie wurden aus dem Markt gedrängt. Das Kartell habe sich offiziell 1941 aufgelöst, sei aber bis in die 90er Jahre bestanden. Wenn nicht bis heute.

Der Film zeigt auch eine Interviewpassage mit einem deutschen Erfinder aus Ende der 1980er-Jahre, der ein Patent für eine 150.000-Stunden-Glühbirne anmeldete (bei gleichem Stromverbrauch und gleicher Helligkeit). Vier Tage vor Übernahme einer Firma in Ostdeutschland, wo er in Serie herstellen wollte, starb er bei einem Flugzeugabsturz seiner Privatmaschine. Es blieb unklar, warum. Im Polizeibericht hieß es, seine Maschine sei „zu langsam geflogen“. Die alte Diskussion um die Haltedauern gibt es auch 2011: Preisen Hersteller von Energiesparlampen auf Verpackungen „Lebensdauer von 5.000 Stunden“ an, heißt das nicht und keineswegs 5.000 Stunden! Ein Wissenschafter erklärt im Film „Bulbfiction“ nüchtern, was es bedeutet: Dass „bei Versuchsanordnungen im Labor mehr als 50% länger als 5.000 Stunden halten“. 50% der Lampen können durchaus weit weniger langlebig sein. Nebenbei: 5.000 Stunden sind 208 Tage. Misst man die Lampendichte in einem durchschnittlichen Haushalt mit 15 (wovon einige Halogen-Spots sind und keine Gewindefassungen haben), gehen die Grundinvestitionen für „Energiesparlampen“ bei nur einem Drittel ordentlich ins Geld.

Harte Kritik an „Greenpaece“

Der Film „Bulbfiction“ ist kein blinder „grüner Film“, weil er Industrie kritisch ist. Er versucht die unterschiedlichen Positionen zu benennen. Mit „Greenpeace“ geht man scharf ins Gericht. Der Verein setzte sich vehement pro Energiesparlampe auf EU-Ebene ein und tanzte in vorderster Reihe mit den Konzernen. Nur am Rande: Das giftige Schwermetall Quecksilber ist in der EU im privaten Haushalt komplett verboten. Nun zieht es voll in die Haushalte ein. Man rechnet mit einem Müllberg von – täglich – 1 Million zu wechselnden Energiesparlampen. Dass die Organisation „Greenpeace“ da mitmachte, kritisiert Filmautor Mayr an mehreren Stellen in Gesprächen mit der Organisation und bezeichnet es als „falsch“. Andere Interviewpartner bezeichnen „Greenpeace“ als „Sekte“, die „ihr politisches Ding machen“. „Grünes Lobbying“ sei fälschlicherweise „gutes Lobbying“. „Greenpeace“ verfolgte die Abschaffung der Glühbirne mit „religiösem Eifer“ und nicht mit Sachverstand.

Ein deutscher Forscher zeigt in seiner Versuchsanordnung, dass die Energiesparlampe das 15-fache an Elektrosmog (Schwingungen) erzeugt wie ein Computerarbeitsplatz. Er stellt es visuell wie auch akustisch dar. (Foto: Filmsequenz)

Nach dem ersten Filmdrittel, das die Entstehung des Gesetzes analysiert, folgt ein technischer Abschnitt, der Lichtstrahlkraft und Elektrosmog der „Energiesparlampe“ wissenschaftlich vermisst. Ein deutscher Forscher bittet in seine Versuchseinrichtung und stellt in Grafiken dar, dass ein Computerarbeitsplatz „eine Einheit“ E-Smog abstrahlt, hingegen eine Energiesparlampe „15 Einheiten“ E-Smog erzeugt. Keineswegs solle man in ein Gitterbett über einem Kleinkind die ganze Nacht eine Energiesparlampe aufhängen, weil das für ein Neugeborenes eine unzumutbare E-Smog-Wolke erzeugt. Die Wolke kann man in der Versuchseinrichtung über aufgestellte Mikrophone sogar hören. Als eine alte Glühbirne zum Vergleich eingesetzt wird, ist nichts zu hören.

Unnatürliches Licht

Beim Lichtstrahl gibt es auch Unterschiede. So wird bei der Glühbirne das gesamte Lichtspektrum von UV bis Infrarot abgedeckt, hingeben bei der Energiesparlampe nur Farbspitzen von blau, grün und gelb und damit „unnatürliches“ Licht.

Es wird interessant, wenn in der EU pro Tag eine Million Energiesparlampen weggeworfen werden. Wo werden sie landen? In sogenannten Recyclingzentren in Indien, wie im Bild. Da die Energiesparlampe eine Elektronik eingebaut hat, baut man die dort aus und in Billigmarken in neue Lampen ein. Auch gegen zerbrochenes Glas hat man nichts. Man bearbeitet es mit nackten Händen. In einer Energiesparlame sind bis zu 5 Milligramm Quecksilber. Es haftet an den Innenwänden des Glases und verbreitet sich über Dämpfe. (Foto: Filmsequenz)

Der Schlussteil widmet sich dem Recycling. Eine Million Lampen werden bald jeden Tag zu entsorgen sein. Aus jeder unsachgerecht entsorgten Leuchtstoffröhre (Neonröhre) oder – nach selbem Muster gebauten – Sparlampe tritt, wenn sie zerbirst, Quecksilber (mercury) aus. Grafiken im Film zeigen, dass dadurch auch Mülltonnen kontaminiert werden. Der Film folgt einigen „Entsorgungstellen“ nach Leeds, nach Indien und nach Deutschland, die allesamt in Massen Neonröhren und bald in Massen auch Energiesparlampen entsorgen. Unfachgerecht in Indien, wo man meint, dass man ohne Handschuhe und Masken arbeiten kann und Quecksilber deshalb nicht in abgebrochenen Energiesparlampen ist, „weil man es nicht sieht.“ Dort wird herumgefummelt, Schaltkreise „wiederverwertet“, unter hygienischen Bedingungen, die eine Katastrophe sind.

Glühbirnen-Endlager wie bei Atommüll

In Deutschland gibt es ein unterirdisches Endlager für Quecksilber. Man lagert es in „Herfa Neurode“, dem weltgrößten Untertaglager für Sondermüll ein wie Atommüll. Für Quecksilber gibt es EU-weit ein Ausfuhrverbot.

All das zeigt der Film „Bulbfiction“ auf. Es geht vom Einzelereignis, dem privaten „worst case“ in einem Vierpersonenhauhalt mit zwei kleinen Kindern in Bayern im Frühjahr 2010 aus, der tatsächlich stattfand. Der Bub, der die Scherben der Energiesparlampe anfasste und nun eine Glatze hat. Dessen Familie das Haus, das kontaminiert war, verlassen musste. Die Gefährlichkeit von Quecksilber illustriert ein bayrischer Arzt: 1% aller Ratten, die eine Einheit Quecksilber verabreicht bekamen, starben. 1% aller Ratten, die eine Einheit Blei verabreicht bekamen, starben. Aber: 100% der Ratten, die eine Einheit Blei und eine Einheit Quecksilber verabreicht bekamen, starben. Darin liegt die Gefahr: Dass Personen mit Vorkrankheiten und anderen Vergiftungen nach Unfällen im Haushalt, wo eine Sparlampe platzt, sterben können.

CO2-Reduktion nur 4 Promille pro Jahr durch Abschaffung der Glühbirne

Der Film zeigt auch den Widerspruch der EU-Kommission auf. Deren Sprecherin sagt im Film, man baue mit der Richtlinie („Abschaffung der Glühbirne“) CO2 ab. Und zwar: „15 Mio Tonnen pro Jahr.“ Ein Forscher, der querzitiert wird, bezeichnet das als lächerlich wenig (für den Aufwand) und Tropfen auf den heißen Stein: Es seien 0,14% des EU-weiten Gesamtausstoßes, also 4 Promille Reduktion pro Jahr! Dreckschleuder China allein stößt pro Jahr 4.000 Mio Tonnen CO2 aus, so der Forscher.

Aus China hat indessen ein findiger Deutscher eine Glühbirne als „Kunstaktion“ fertigen lassen und zu 40.000 Stück nach Deutschland eingeführt. Es wurde ihm nachher behördlich untersagt, die Aktion „Heatball“ fortzusetzen. Er sieht seinen Kampf als Nadelstich gegen die Lobbies und Kartelle, die Glühbirnen nun um den zehnfachen Preis an den Mann bringen.

Gefährlicher Alltagsgegenstand

Der Dokumentarfilm zeigt dies alles auf. Mehr als aufzeigen kann er nicht. Die Macher hoffen indirekt auf eine Bürgerbewegung, die die alte Glühbirne wieder zurückverlangt und eine Aufhebung der Energie-Richtlinie 2005/32/EG. Ob es dazu kommt, wird man sehen. Mit Allianzen Industrie, Lobbyisten, Politiker, die das Kunststück vollbrachten, sogar „Greenpeace“ ins Boot zu holen, ist es aber illusorisch, dass die Edison Glühbirne aus 1881 ein Revival erlebt.

Der Film des 40-jährigen Tirolers Christoph Mayr zeigt auf, dass die Sparlampe große Gefahren der Gesundheit im engsten Privatraum birgt. Vor allem, wenn sie kaputt geht und entsorgt werden muss. Ein „Kit-Pack“ (Entsorgungspaket) aus Handschuhen und Dekontaminationsmittel kostet, laut Experten im Film, 120 Euro. Es ist dabei wie mit dem Sturzhelm: Hatte man einen Sturz, muss man einen neuen kaufen.

Es ist ein wichtiger Film, der sorgsamen und fachgerechten Umgang mit dem künftigen Haushaltsgegenstand Nummer eins aufzeigt: Die Energiesparlampe voller Quecksilber (5 Milligramm pro Lampe; 15-facher Elektrosmog wie beim PC-Schirm; 10 Mal so teuer wie die alte Edisonglühbirne). Premierenstart war in Österreich am 16. September 2011.

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Webseite zum Film: Bulbfiction
Kino, in dem er gezeigt wird (Gartenbaukino Wien)
In diesen Kinos läuft der Film (Österreich)
Andere Webseiten beschäftigen sich mit dem Thema Glühbirne und Licht:
Webseite der EU Kommission zum Thema Energiesparlampen
Land Salzburg Energieberatung – mit Stufenplan der Auslaufverpflichtungen der Edison-Birne
Thema Quecksilber in den Lampen (Bayrischer Rundfunk)
Heatball (Initiative aus Deutschland)

Marcus J. Oswald (Ressort: Medien, Kino, Haushalt)

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