Ruhe und Ordnung – Das Sicherheitsmagazin

Deutsche Kriminalmetropole bleibt Frankfurt – vor Hannover und Berlin

Posted in Wissen by sicherheitwien on 2. September 2011

Habgier, Wollust, Rachsucht, Eitelkeit, Maßlosigkeit, Eifersucht und Faulheit sind nur die sieben wesentlichen Todsünden, die mitunter nicht unwesentlich dazu beitragen, dass es pro Jahr in Deutschland sechs Millionen Strafanzeigen gibt. Das Land hat nur 80 Millionen Einwohner, womit auf 13 Personen eine Anzeige kommt. Es hält sich in Grenzen: Die Prostitution, die Gier, der Sozialneid, der Betrug. Baustelle bleibt Deutschland trotz des leichten Rückgangs der Gesamtanzeigen erstmals seit langem unter 6 Millionen. Was nach Expertenmeinung mit der schleichenden Überalterung der Gesellschaft zu tun hat. 2030 werden 30 Prozent Rentner in Deutschland leben. Dann ist Ruhe im Gebälk. (Foto: Oswald im Hause Oswald)

(Wien, im September 2011) Die neue „Kriminalstatistik“, die erst in einigen Monaten vom deutschen Bundeskriminalamt präsentiert wird, die aber schon in der Münchner Zeitschrift „FOCUS“ (35/2011, S 44-55) heiß diskutiert wird, birgt interessante Neuigkeiten. Ging man vor zehn Jahren von der unheiligen Trinität der deutschen „Kriminalhochburgen“ Frankfurt, Hamburg und Berlin aus, was sich lange an den „Häufigkeitsziffern“ (Häufigkeitsziffer misst die Quantität der Anzeigen pro 100.000 Einwohner), hat sich dieses Verhältnis verschoben. Frankfurt ist auch 2010 die Top-1-Stadt Deutschlands, was Kriminalitätsaufkommen angeht, aber auf den Plätzen sind andere: Hannover auf Rang zwei, Berlin auf Rang drei vor Düsseldorf (4) und Köln (5). Hamburg liegt nur mehr auf Rang neun. Die Top 10 „Hochburgen“ (nach Häufigkeitsziffer) sind westdeutsche Städte. Die „kriminellste Stadt“ aus dem ehemaligen Ostdeutschland liegt auf Rang elf. Es ist Magdeburg.

Nur drei Millionenstädte

Soziodemografisch ist Deutschland ein Land aus vielen Nestern, es fehlen die Großstädte und dichten urbanen Siedlungen. Es gibt nur drei Städte, die mehr als 1 Million Einwohner haben: Größte Stadt ist Berlin mit 3.44 Mio Einwohnern vor Hamburg (vergleichbar mit Wien) mit 1.77 Mio Einwohnern und München mit 1.33 Mio Einwohnern. Köln schrammt mit 998.105 Einwohnern knapp an dieser Grenze vorbei. Der Rest der Städte dümpelt auf hohem Niveau, aber weit unter der Millionen-Grenze dahin: Fünftgrößte Stadt ist Frankfurt mit 671.927 Einwohnern vor Stuttgart (6) mit 601.646 Einwohnern, gefolgt von Düsseldorf (7) mit 586.217 Einwohnern, Dortmund (8) mit 581.308, Essen (9) mit 576.259, Bremen (10) mit 547.685, Hannover (11) mit 520.966, Leipzig (12) mit 518.862, Dresden (13) mit 517.052, Nürnberg (14) mit 503.673 und Duisburg (15) mit 491.931 Einwohnern. Es gibt in Deutschland, wie schon vor zehn Jahren, exakt 80 Städte mit „mehr als 100.000 Einwohnern“. Nur 14 haben aber mehr 500.000 Einwohner, davon nur drei mehr als eine Million. 40 Städte Deutschlands haben mehr als 100.000, aber weniger als 200.000 Einwohner, also die Größe von Linz, was überschaubar ist. Die Flächigkeit ohne Spitzen im städtischen Bereich zeichnet die bevölkerungsgeografische Landschaft Deutschlands aus.

Es gibt, gemessen an den Eckdaten des Anfalls krimineller Hervorbringungen, sehr sichere Städte: München ist mit seinen 1.33 Millionen Einwohnern die drittgrößte Stadt, aber im Kriminalitätsranking fast kleinstädtisch sicher: Platz 68. Leverkusen mit 160.593 Einwohnern liegt im Gesamtranking auf Platz 66. Wolfsburg mit 121.109 Einwohnern auf Platz 67 der 80 Städte. Der sicherste Boden unter den deutschen Städten ist Fürth mit 114.044 Einwohnern auf Platz 80. Aber auch Städte, denen man etwas zumutet, wie Chemnitz mit 243.089 Einwohnern, liegen weit hinten, Platz 52, also noch „vor“ Dresden auf Rang 58.

Schweinezyklus

Es heißt: Am Land erkennt man die Schweine am Gang. In den Städten ist das Erkennen der Kriminalität schwieriger. Sie agiert anonymer. Es ist heutzutage ein Kinderspiel in der Großstadt ein Jahr unterzutauchen, um zu tun und lassen, was man will. Dazu braucht man nicht einmal große soziale Netzwerke oder Seilschaften. Am Land ginge und geht das nicht. Die Verhältnisse stehen anders, auffälliges Verhalten fällt auf, die sozialen Kreise sind enger, die Möglichkeiten, und sei es nur des täglichen Einkaufs, begrenzter.

Vergreisung schafft bald Totenruhe

Die deutsche Kriminalstatistik analysiert nur die Städte, nicht die Regionen. Signifikant ist, dass die Kriminalität der deutschen Gesellschaft abnimmt. Das hängt mit der „Vergreisung der Gesellschaft“ zusammen, also dem, was man Pensionsblase nennt. 2030 schätzt man 30 Prozent der deutschen Gesamtgesellschaft auf Pensionisten. Das zeichnet sich jetzt schon ab: Die kriminellen Anfallzahlen sind rückläufig. Waren vor zehn Jahren (2001) die Häufigkeitsziffern (Anzeigen pro 100.000) bei den damaligen Top-3-Städten Frankfurt, Hamburg, Berlin noch je über 16.000 (!), so liegen die Häufigkeitszahlen der aktuellen (2010) Top-5-Städte, also der Kriminalhauptstädte, weit drunter:

  • Platz 1 – Frankfurt – 15.977
  • Platz 2 – Hannover – 14.653
  • Platz 3 – Berlin – 13.798
  • Platz 4 – Düsseldorf – 13.781
  • Platz 5 – Köln – 13.694

Einen hohen Ziffernsatz machen die kleinen Delikte auch in Deutschland aus. Sachbeschädigungen wie diese in Wien: Aufgebrochene Münztelefone, Vandalismus, kleine Zerstörungen. Bei der Anzahl von 80 Städten über 100.000 Einwohner in Deutschland, summieren sich solche Fälle. (Foto: Oswald)

Dass überhaupt noch so hohe Sätze zustande kommen, ist dadurch bedingt, dass Jugendliche nachstoßen. Der Verfall der Grundlagenwerte der Gesellschaft führt zu vielen Kleindelikten, die von Komasaufen, Vandalismus, Drogenmissbrauch, Kindervernachlässigung, Schulhofkriminalität, Sozialbetrug reichen. Und weil – vielleicht – durch die Migrationsfrage – auch das Baden ohne Securities keinen Spaß mehr macht, haben Berliner Freibäder nun auch dort – nach Vorkommnissen – Securities eingesetzt. Kleinvieh macht das Kraut fett.

Subkultur-Kriminalität

Soziale Kleinkriminalität, die aus Subkulturen entsteht, gibt es in einigen Städten. Hausbesetzungen in Berlin und Hamburg führen meist zu hunderten Anzeigen an einem Tag und treiben die Quote der Anzeigenstatistik nach oben. In München gibt es das überhaupt nicht. Dort hat die Polizei die politische Rückendeckung, dass jedes nur im Ansatz „besetzte“ Haus „Binnen 24 Stunden geräumt“ wird. Wohl auch deshalb gibt es in München Mietpreise wie 1.200 Euro für 50 Quadratmeter und eine Häufigkeitsziffer von 7.684 pro 100.000 Einwohner. Umgelegt auf Österreich wäre das ein Kriminalaufkommen von Steyr. Auch eine Drogenszene wird in München im Keim erstickt, ehe sie sich an Plätzen ausbreiten kann. Dauerpräsenz und Dauerkontrollen gibt es gegen Bettler, die danach gerne München hinter sich lassen. Das Münchner Magazin „Focus“ weiß von einer äußerst „sichtbaren“ Münchner Polizei, die durchschnittlich 140 Streifeneinheiten (Fuß und Auto) täglich unterwegs ist und „an Wochenenden auf 200 aufstockt“. 25 Inspektionen gibt es nur mehr, aber eine mächtige Zentrale, die alle Daten erfasst. Man ist in München relativ schnell verhaftet. Umgekehrt liegt die Aufklärungsquote und Zuordnung von Straftaten in München bei 58,9 Prozent, wobei zum Beispiel fünf von zehn Wohnungseinbrüchen aufgeklärt werden. In Köln: Gesamtaufklärungsquote von 13 Prozent. Nur ein Wohnungseinbruch von zehn wird geklärt.

Frankfurt liegt in den letzten 25 Jahren nun 22 Mal an Platz 1. Das hat freilich mehrere Gründe: Der Flughafen wirft jährlich rund 10.000 Anzeigen auf (vielfach Suchtgiftanzeigen), dazu kommen mehrere hunderttausend Einpendler in die Stadt.

In Deutschland wurden 2010 5,93 Millionen Straftaten angezeigt (weniger als 6 Millionen wie in den Vorjahren). 56% Aufklärungsquote im ganzen Land. Unter den Angezeigten sind 1.206.884 Männer (74%) und 430.064 Frauen (26%).

Die Gender-Liste der Täter im Detail (Mann/Frau):

Vermögens- und Fälschungsdelikte: 401.916 Männer und 180.084 Frauen
Körperverletzung: 384.643 Männer und 83.610 Frauen
Diebstahl: 356.382 Männer und 161.009 Frauen
Sexualdelikte: 31.793 Männer und 2.015 Frauen
Raub: 29.811 Männer und 2.979 Frauen
Totschlag: 1.622 Männer und 250 Frauen
Mord: 717 Männer und 117 Frauen

2.218 Mord- und Totschlagfälle in Deutschland. 95% wurden aufgeklärt (vielfach Beziehungstaten)
Ehrenmorde sind konstant niedrig: Pro Jahr 7-10 Fälle (laut einer Langzeitstudie des Max Plank Instituts). Meist Türken als Täter. 60 % Frauen, 40% Männer als Opfer.
7.724 Vergewaltigungen (und Versuch), damit 5,6 % Zuwachs zu 2009.

Weiteres Interessantes in Deutschland 2010:

80 % der Taten wurden von Deutschen begangen, 20 % von Ausländern (Nicht-EU-Ausländer)

13 % aller Täter standen unter Alkoholeinfluss

30 % aller Gewalttäter standen unter Alkoholeinfluss

4,3 % der Täter waren Kinder und Jugendliche (rückläufige Tendenz)

75 % aller Einbrüche in Frankfurt finden in Mehrfamilien- und Hochhäusern statt. Nur 0,4% in Villen. Risiko Einbruchsopfer ist in „armen Gegenden“ siebenfach so hoch wie in „reichen Gegenden“.

Köln gilt laut jüngeren Studien als Deutschland-Zentrale für: Taschendiebstahl und Rockerbanden, die mit Drogen und Rotlicht Geschäfte machen. Das Delikt Betrug stieg dort um 40%, Einbruch um 8 % und bei Mord liegt man ganz vorne.

Hannover ist die Drogenmetropole in Deutschland. Außerdem hat Hannover bei „Schweren Körperverletzungen“ mit 378 (pro 100.000) die höchste Häufigkeitszahl.

Die höchste Wahrscheinlichkeit in Deutschland in eine Schlägerei verwickelt zu werden ist: Um 23 Uhr 04. Statistisch steigt die Chance, die Faust aufs Aug zu bekommen, ab 20 Uhr an, was sich kriminalpsychologisch – erneut – mit Alkohol erklärt. Am Abend wird mehr getrunken, es sinkt die Hemmschwelle.

Bankraub kam in Deutschland „aus der Mode“. Nur 300 Fälle (statt 700 im Jahr 2009). Die Täter verlegten sich auf den stillen Bankomatkartenbetrug, Cybercrime und neue elektronische Betrugsfelder. In Mode kam das „Skimming“: Bankomatkarten-Datendiebstahl. Schaden 2010 in Germany: 60 Mio Euro in 190.000 (!) Fällen. Warum also mit der Knarre in ein Bankfoyer, das überwacht ist wie Fort Knox…Teilweise arbeiten seriöse Leute mit Unersiösen zusammen, wie ein Fall aus Deutschland zeigte, in dem ein Tankstellenmitarbeiter die Lesegeräte der Bankomatkarten manipulierte und Daten an Kriminelle weitergab.

(Man könnte das weiterdenken, umgelegt auf Facebook: Warum investieren russische Investoren mit zweifelhaften Kontakten zu Geheimdiensten 400 Millionen Dollar in eine Webseite? Vielleicht, weil es doch um begehrten Datenhandel geht. Im Kleinen natürlich darum, nachzuvollziehen, ob wieder einmal jemand Preis gibt, dass er nun nach Griechenland in Urlaub fährt und seine Wohnung frei für Einbrecher steht.)

Körperverletzung wurde in Deutschland nun umfassend zwischen 1990 und 2009 untersucht und analysiert. Man stellte für Hamburg – also analog in der Bevölkerungsdichte vergleichbar mit Wien – fest: „Jede Stunde Sonnenschein führt statistisch zu 0,7 % Körperverletzung.“ Das heißt: Scheint fünf Stunden die Sonne, führt das zu 3,5% Anstieg der KV-Delikte zum trüben Tag: Erklärung ist der Alkohol und Nachfolgeerscheinungen.

Marcus J. Oswald (Ressort: Wissen)

Russisch für Kriminelle (und die mit ihnen zu tun haben)

Posted in Buch, Wissen by sicherheitwien on 16. Juni 2009

Mit diesem Buch (10,5 cm x 15 cm) steckt man russische Kriminelle in die Tasche. (Foto: Bucharchiv Oswald)

(Wien, im Juni 2009) Die Buchhändlerin lachte. Die Buchhändlerin in „Morawa“ in der Wiener Innenstadt lachte sehr, als sich der Herausgeber vor zwei Tagen ausgerechnet für ein kleines Büchlein interessierte, das man in jede Hosentasche stecken kann: „Russisch im Polizeialltag“. Die Buchhändlerin hat jede Menge „Russisch-Bücher“ in der Wörterbuchabteilung. Langenscheidt, Pons und andere Verlage setzen auf Russisch. Doch dieses eine ist rar. Es ist der Buchhändlerin in Erinnerung – und sie hat sogar eines lagernd. Dieses wird gekauft – um 10 Euro 90.

Russisch ist keine Weltsprache, aber im Vormarsch. Kürzlich berichtete ein Artikel der „Izvestia“ (dt. Nachricht), eine Zeitung mit nur 230.000 Auflage, die aber Führungskräfte informieren soll, dass die einzig globale Weltsprache „Englisch“ ist. Ein kalifornisches Unternehmen analysierte, dass derzeit eine Million englische Vokabeln in Umlauf sind. Damit ein Wort anerkannt und registriert wird, muss es zumindest 25.000 Mal in einem Text (Buch, Zeitung, Internet) verwendet worden sein.

Cyrillisch

Russisch ist schwierig, aber es ist zu lernen. Der Stiefvater des Herausgebers lernt mit knapp 70 derzeit russisch. Die Kriminellen können russisch und die Polizeibeamten in Deutschland, Österreich und der Schweiz nicht. Was tun? Einen Grundkurs machen? Dauert ziemlich lange. Besser ist das Taschenbuch der hessischen Dolmetscherin Albina Klement. Es hat nur 100 Seiten, Pocketformat und gliedert sich in drei Abschnitte:

  • „Der Lexikalische Teil“ (S. 4 – 50),
  • „Der Informationsteil“ (S. 52 – 60) und
  • „Die Kopiervorlagen“ (S. 76 – 100).

Sprachbarriere überbrücken

„Dieses Nachschlagewerk soll jedem Polizeibeamten bei seinem täglichen Dienst den Beistand zukommen lassen, welcher seine Arbeit bei Kontakt mit einer Russisch sprechenden Person erleichtert“, schreibt Klement im Vorwort. Weiter: „Gerade für den Bereich des Ersten Angriffs, dort wo noch keine Dolmetscher/in zur Verfügung steht, kann das Buch hilfreich sein und zur sprachlichen Unterstützung dienen.“

Klement war Dolmetscherin. Im Land Hessen (Deutschland) war sie auch Gerichtsdolmetsch und Lehrerin in einer Verwaltungsfachhochschule in Wiesbaden, mit dem Fachbereich Polizei. Sie unterrichtete auch für angehende Polizisten in Hessen russisch. Das Buch verfasste sie, weil der Kontakt zwischen Delinquenten und Polizisten immer schwieriger wurde. Sprachbarrieren machen die Ermittlungen zähflüssig.

Die Autorin wandelte sich von der kleinen Dolmetscherin zur Unternehmensberaterin. (Fotoauszug: Buch Russisch im Polizeialltag, Seite 1, Frankfurt 2006)

Für weitere Fragen zum Buch und zur russischen Sprache steht die Autorin 2006 laut Seite 1 im Buch auf der angegebenen Homepage www.sprachdienstehome.de zur Verfügung. Sagt sie. Gibt man diese Adresse 2009 ein, kommt es zu einem Redirect. Die Umleitungsautomatik führt zu einer Firma namens Mescor Deutschland, die sich eher mit Unternehmensgründungen befasst.

Wie auch immer. Im Büchlein sind interessante Worter kompakt erfasst. Einige Beispiele aus dem Alltag:

  • Zeigen Sie bitte Ihre Papiere! – Pokaschite, poschalusta, vaschi dokumenty!
  • Hören Sie mit dem Sprechen auf! – Perestante rasgovarivat!
  • Aufhören! – Perestante!
  • Ich rauche nicht! – Ja ne kurju!
  • Haben Sie etwas gesehen? – Vy tschto-nibud videli?
  • Können Sie sich erinnern? – Vy smoschete vspomnit?
  • Wie war die Bekleidung? – Kak on byl odet?
  • Kann ich Ihnen helfen? – Ja mogu vam pomotsch?
  • Gehen Sie auseinander! – Rasojdites!
  • Zurück! – Nasad!
  • Verlassen Sie das Gebäude! – Vyhodite na ulizu!
  • Verlassen Sie das Zimmer! – Vyhodite is komnaty!
  • Verlassen Sie die Wohnung! – Vyhodite is kvartiry!
  • Verlassen Sie das Haus! – Vyhodite is doma!
  • Ruhig bleiben! – Spokojno!
  • Keine Panik! – Ne panikutje!
  • Nicht drängeln! – Ne tolkajtes!
  • Polizei! – Polizija!
  • Personenkontrolle! – Proverka dokumentov!
  • Zeigen Sie mir Ihren Pass! – Pokaschite mne Vasch pasport!
  • Bleiben Sie stehen! – Ostanovites!
  • Bleiben Sie ruhig! – Uspokojtes!
  • Heben Sie die Hände hoch! – Podnimite ruki wwerch!
  • Drehen Sie sich um! – Povernites!
  • Ich möchte Ihre Hände sehen! – Pokaschite mne Vaschi ruki!
  • Wo wohnen Sie? – Gde Vy schivjote?
  • Woher kommen Sie? – Otkuda Vy prijechali?
  • Bitte kommen Sie mit! – Idite, poschalusta, sa mnoj!

Im hinteren Buchabscnhitt wird ein kurzer Abriss über Russland und seine Geografie gegegen. Ferner enthält das Buch im Infoabschnitt mehrere farbige Ansichten, wie ein Reisepass der „Russischen Föderation“ und der Führerschein ausssieht. Ganz hinten sind „Kopiervorlagen“ enthalten, Beschuldigtenvernehmung, Zeugenvernehmung, Sachverhaltsbögen – auf deutsch und russisch.

Insgesamt ein interessantes Büchlein, klein und lehrreich. Das Lernen der russischen Sprache bleibt nicht erspart. Die Buchhändlerin im Morawa in der Wiener Innenstadt hat indessen schon neue Exemplare nachbestellt.

Es liegt immer am Kriminellen, ob er aussagen will oder nicht. (Fotoquelle: Russisch im Polizeialltag, S. 100)

Marcus J. Oswald (Ressort: Wissen, Buch)

Rechercheseite für Asylfragen – Staatendokumentation.at

Posted in Asylrecht, Datenbank, Wissen by sicherheitwien on 21. Mai 2009

Datenbank mit Asylbezug will Tatsachen schaffen.

(Wien, im Mai 2009) Es gibt zwei Arten, sich über die Asylfrage zu informieren: „Kronen Zeitung“ oder „Staatendokumentation.at“. Beide Medien kosten annähernd gleich viel: Ein Jahresabonnement der „Kronen Zeitung“ kostet derzeit 8 Euro im Monat. Der Zugang zur Webseite „www.staatendokumentation.at“ kostet 60 Euro im halben Jahr.

Qualitätsanalye

Herausgeber der Webseite „Staatendokumentation“ ist das Bundesasylamt der Republik Österreich (BAA), das dem Innenministerium untersteht. Mit dem neuen Asylgesetz 2005, das mit 1. Jänner 2006 in Kraft getreten war, wurde beschlossen, dass eine Plattform im Internet zu schaffen ist, die die Lage der Herkunftsstaaten von Asylwerbern fortlaufend und konkret analysiert, um qualitative Entscheidungen bei der Bearbeitung der Asylanträge zu treffen.

Gefahrenanalyse

Die Datenbank gliedert sich in Ressorts wie Staaten und Quellen, die nach Relevanz geordnet werden können. Dem Vernehmen nach wird die Datenbank täglich aufgefrischt. Ziel ist es, zu den bekannten Asylstaaten Osteuropas und Afrikas eine Gefahrenanalyse vorzunehmen. Dazu werden vor allem wissenschaftliche Berichte und unabhängige Medien ausgewertet. Außerdem wird in der Datenbank die ständige Judikatur mundgerecht aufbereitet.

Webseite mit Beirat

Herausgeber der Datenbank sind das Bundesasylamt in Zusammenarbeit mit dem Roten Kreuz und der Einrichtung Accord/ecoi.net. Mitverantwortlich ist ein Beirat aus Experten zum Flüchtlingswesen, der beratende Funktion für die Direktion des BAA hat.

Kostenpflichtig

Die Datenbank ist eine hermetische, damit kostenpflichtige Informationssammlung. Unentgeltliches Nutzungsrecht haben gemäß § 60 Abs 6 AsylG nur Personen der Rechtspflege an österreichischen Gerichten, der Gerichte am UNHCR, ECHR, EuGH, sowie Beamte der Bundesvollziehung und Anwälte. Andere Interessierte können einen Antrag stellen und für 60 Euro pro Halbjahr die Inhalte der Datenbank befristet konsumieren.

Marcus J. Oswald (Ressort: Asylrecht, Wissen, Datenbank)

Wunderschlosser Michael Bübl mit neuen Büchern

Posted in Buch, Schlosskunst, Wissen by sicherheitwien on 7. Dezember 2008

Geheimwissen zu Einbruchsverhütung, Tresore und Safes.

(Wien, im Dezember 2008) Der niederösterreichische „Wunderschlosser“ Michael Bübl mit Wurzeln aus Oberösterreich (Gmunden), hat seine Buchproduktion ausgebaut. Er schreibt Romane, Erinnerungen an seine Anfänge als Schlosser und seine Laufbahn als technischer Tüftler. Er verlegt seine Bücher im Eigenverlag.

Geheimwissen Schlüsseldienst wirbelte einigen Staub auf. Für 52 Euro viele Einsichten.

Angefangen hat er 2005 mit seinem Knaller, der in der Branche durch die Offenlegung einiger Geheimnisse die Wellen hoch schlagen ließ: „Geheimwissen Schlüsseldienst“ – mittlerweile auch ins Englische übersetzt. Doch er beließ es nicht dabei, sondern begann danach eine richtige Buchproduktion. Er verbringt offenbar mehr Zeit hinter dem Bildschirm als der Herausgeber dieser Seite. Daher gibt es zahlreiche Neuerscheinungen.

Roman Der Raubkopierer von Michael Bübl.

Ein Roman mit dem Titel „Der Raubkopierer“ ist fertig gestellt. Der Verlag reißt den Titel so an: „Ein Thriller, in dem es den Piraten an den Kragen geht. Verbrecher werden verfolgt, Recht wiederhergestellt!“ So soll es sein.

Wer sich aussperrt, braucht den Experten. Dieses Buch erzählt davon.

In einem weiteren Buch erinnert sich Bübl an seine zwanzigjährige Tätigkeit als Schlüsseldienstleister. „Ausgesperrt“ beschreibt einige seltsame Ereignisse rund um Kunden, denen er die Tür öffnete.

Ein Schlag und offen. Michael Bübl weiß, wie es geht.

Meister Michael Bübl stellt immer wieder etwas kokett die Frage, ob er der Erfinder der Schlagtechnik ist. Die Schlagtechnik ist eine mechanische Form der Öffnung eines Schlosses, ohne es zu zerstören. Wie das läuft, wie die Technik entwickelt wurde, erzählt er dem Fachpublikum in diesem Buch.

Anleitung zum Schlüsselfeilen, ohne das Schloss zu zerlegen.

Vor Jahren brachte Michael Bübl das Fachbuch „Impressionstechnik – Anleitung zum Schlüsselfeilen“ heraus. Darin wird beschrieben, wie man einen Schlüssel feilen kann, ohne das Schloss zu zerlegen. Dieses 50-Seiten-Büchlein gibt es nicht mehr zu kaufen. Es ist leider vergriffen.

Sein Romandebüt bietet Michael Bübel kostenlos zum Download an.

„Der eiskalte Einbrecher“ bietet Schlossermeister Bübl kostenlos auf seiner Webseite www.geheimwissen.at zum Download an. Kurzinhalt: „Durch Zufall entdeckt der Botendienstfahrer Phil, unser sympathischer Protagonist, eine Sicherheitslücke bei Tresoren von Supermarktketten. Er erzählt seiner Freundin und seinen Kollegen von dieser Beobachtung. Die drei völlig verarmten jungen Großstädter haben ihr tristes Dasein so sehr satt, dass sie darauf beschließen ein krummes Ding zu drehen. (…) Zwischen ihnen und dem Geld sind nur die Stahltüren der Panzerschränke. Lesen Sie, wie aus drei unbedarften Amateuren eiskalte Profis, Aufsperrspezialisten und Panzerknacker werden, und mit welchen Tricks sie die größten und besten Geldschränke öffnen.“

Das Buch ist „sozialkritisch und amüsant“, so der Verlag.

Neuerscheinung im April 2009: Geheimwissen der Einbrecher aus der Feder Michael Bübls.

Das Neueste zuletzt: Michael Bübl hat ein neues Buch in Vorbereitung, das er im April 2009 erscheinen läßt.

Vorschau Verlagstext: „Alle zwei Minuten wird in Deutschland eingebrochen! Diese und ähnliche Sätze stehen jeden Tag in der Zeitung. Und was sollen Sie jetzt mit dieser überaus wichtigen Meldung anfangen? Was können Sie jetzt tun? Nichts, denn das ist nutzloses Wissen, diese Erkenntnis bringt den Opfern nichts. Das ist alles Schwafel, Schwafel und bla, bla. Sie sind vielleicht das nächste potentielle Verbrechensopfer und Ihnen wird das Wichtigste verschwiegen, nämlich das WIE! Mit dieser Geheimnistuerei ist endgültig Schluss! Es wird Zeit die Bevölkerung endlich aufzuklären, und nicht im Dunkel zu lassen und den Leuten die Arbeitsweise der Einbrecher zu zeigen, denn die Verbrecher besitzen dieses Wissen längst.“

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Bestellungen unter (Online-Versand; auch Abholung möglich): www.geheimwissen.at

Marcus J. Oswald (Ressort: Wissen, Buch, Schlosskunst)

Für Minimalisten – Handbuch der seltenen Krankheiten

Posted in Datenbank, Wissen by sicherheitwien on 11. Oktober 2008

Handbuch Seltene Krankheiten 2007, 1360 Seiten. (Bucharchiv Oswald)

(Wien, im Oktober 2008) Für Minimalisten, Hypochonder, Fachleute und die es werden wollen, ist ein Buch erschienen. 1.360 Seiten dick, 2 Kilo schwer: „Handbuch Seltene Krankheiten“. Das Buch entsprang aus dem „Orphanet“-Projekt, das das französische Gesundheitsministerium seit 1997 finanziert. Seit diesem Jahr gibt es eine Internetdatenbank, die laufend erweitert wird und die in fünf Sprachen zugänglich ist. Seit 2001 finanziert die EU das Orphanet-Projekt auch in Deutschland. 2007 kam das erste „Handbuch Seltene Krankheiten“ in deutscher Sprache heraus.

Selten und häufig

Es gibt zwei Arten von Krankheiten: seltene und häufige. AIDS war war einmal eine „seltene Krankheit“, wird aber nun als häufige Krankheit geführt. Seltene Krankheiten müssen nach Definition chronisch, eventuell genetisch und lebenbedrohlich sein. Wenn eine Krankheit in der Bevölkerung eine Prävalenz (Vorkommnis) von unter 1 : 2000 hat, spricht man von einer „seltenen Krankheit“. Haben wengier als 40.000 Deutsche oder weniger als 4.000 Österreicher die gleiche schwere, degenerative Erkrankung, wird die Krankheit in die Datenbank aufgenommen.

Mehr als 7.000 seltene Krankheiten

Da es mehr als 7.000 seltene Krankheiten gibt, liegt das Gesamtaufkommen nicht im Promille-, sondern im Prozentbereich. Alleine in Deutschland sollen 4 Millionen Bürger an einer seltenen Krankheit leiden. Für viele dieser Krankheiten gibt es keine Therapien. Im Vorwort des Buches heißt es, dass wöchentlich in der wissenschaftlichen Fachliteratur fünf bis sechs neue „seltene Krankheiten“ auftauchen. Seltene Krankheiten
würden aber von Politikern ignoriert, es gäbe keine Forschungsgelder. Daher bilden sich im Gegensatz zu den „häufigen“ (Volks-)Krankheiten zu den „Seltenen Krankheiten“ die meisten Selbsthilfegruppen.

Jedem Ding einen Namen

Die „seltenen Krankheiten“ werden meist nach dem Forscher benannt, der sie entdeckt hat oder einem prominenten Träger. („Erdheim-Chester-Krankheit“, „Eronen-Somer-Gustavson-Syndrom“, etc.) Wer zum Beispiel das „Netherdon-Syndrom“ hat, dem fehlen Augenbrauen oder Wimpern. Das „Norrie-Syndrom“ führt zu früher Blindheit oder am dem 20. Lebensjahr zu Taubheit. Interessant ist das „Peyronie-Syndrom“, das der französische Forscher Francois de La Peyronie 1743 als erster beschrieb: Hier entzündet sich am Penisschaft das Bindegewebe. Der erregierte Penis ist „deformiert“, sagt das Lexikon, es kommt zu mangelnder „Rigidität“ und daher zu erektiler Dysfunktion. Zu deutsch: Impotenz. Die Prävalenz in Europa wird mit 388 Fälle auf 100.000 Einwohner bestimmt. „Die Penisdeformation kann in etwa 75% der Fälle chirurgisch mit befriedigendem Ergebnis korrigiert werden“, so das Orphanet-Lexikon.

Die deutsche Ausgabe des Buches umfasst in der Erstauflage 1.885 seltene Krankheiten, die in der Häufigkeit bei weniger als 1 von 2.000 Personen vorkommen. Das Buch ist ein Auszug der Online-Datenbank.

Französisches Projekt

Die Erstellung einer ersten Online-Datenbank, die diese „seltenen Krankheiten“ und rund 2.300 Syndrome vereinen, soll in der Diagnose-Erstellung helfen. Das Pionierprojekt wird in Frankkreich vom Verband der Krankenkassen, vom Verband der Pharmahersteller und vom Verband zur Bekämpfung von Muskelkrankheiten finanziert. Das Online-Angebot der Webseite www.orpha.net ist frei und kostenlos. Sitz der Webseite ist Frankreich.

Zur Datenbank: www.orpha.net.

„Handbuch“-Ziegelstein: ISBN 978-3-930333-85-1. Preis: 20 Euro.

Marcus J. Oswald (Ressort: Wissen, Datenbank)

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