Ruhe und Ordnung – Das Sicherheitsmagazin

Polizei niederschwellig – Türen offen

Posted in Polizei Wien, Termindienst by sicherheitwien on 13. September 2011

In der Rossauer Kaserne wird derzeit umgegraben. Bis 2012 soll dort für die Polizei eine moderne Tiefgarage mit Stromtankstellen entstehen. Am 17. September 2011 ruhen die Krallen der Caterpillar. Es ist Tag der Offenen Tür der Wiener Polizei: Es spielt das Polizeimusikorchester unter der Leitung von Ernst Zehetner. (Foto: Plakat)

(Wien, im September 2011) Zur Polizei haben viele ein unterschiedliches Verhältnis. Die Leser des Readers Digest zum Beispiel bewerten die „Polizei“ regelmäßig gut. Diese Umfragen dringen dann nach Außen und werden von der Pressestelle der Wiener Polizei mit Genuß in einer Aussendung verwertet. Dabei wundert man sich, dass es den Readers Digest überhaupt noch gibt. Und deren Leser.

Andere stehen zur Polizei nicht gut. Die Tierschutzaktivisten des VGT werden laut eigenen Angaben nach wie vor telefonberwacht. Bei einer jüngsten Demonstration, die schlagartig die Route änderte, griff die harte Truppe der Wega ein und „räumte die Demo“. Im Anschluss mussten alle Mitgeher Ausweisleistung machen. Man kann sagen, dass diese Gruppen eher den Satz von Ulrike Meinhof unterschreiben würden, die da einst auf ihre sympathische Weise sagte (am 15. Juni 1970): „Wir sagen natürlich, die Bullen sind Schweine. Wir sagen, der Typ in Uniform ist ein Schwein, kein Mensch. Und so haben wir uns mit ihnen auseinanderzusetzen. Das heißt, wir haben nicht mit ihm zu reden, und es ist falsch, überhaupt mit diesen Leuten zu reden.“ Sie fügte in diesem legendären Nachdruck eines Tonbandgesprächs hinzu: „Und natürlich kann geschossen werden.“

Mit der Polizei ist es so eine Sache. Im Grunde genommen ruft sie jeder, wenn er in einer Notlage ist oder sich in einer undurchsichtigen Lage vermeint. Zum Beispiel: Wenn man in der Nacht etwas wahrnimmt. Damit und mit diesem Schritt delegiert man zweierlei an Fremde: Eigenverantwortung und Zivilcourage. Es ist stets einfach einen „Polizeinotruf“ zu wählen und fünf Minuten zu warten, bis vielleicht eine Polizeistreife kommt. Komplexer ist es, die Sache selbst in die Hand zu nehmen. Doch man ist bequem und deshalb gibt es die Polizei, die derzeit das größte Nachkriegsbudget in Österreich seit Bestehen hat.

Linear-vertikale Organisation

Grundlegend ist die Polizei ein Uniformbetrieb oder wie man es anders auch nennt: Eine linear-vertikale Organisation. Rang und Namen sind gekennzeichnet, Uniformen gleich. Zivilisten haben kaum Einfluss auf eine linear-vertikale Organisation. Man bleibt unter sich. Das erzeugt mitunter das Fremdeln bei Teilen der Bevölkerung. In autokratischen Zeiten (Ständestaat 1934-38, Drittes Reich 1938-45, Besatzungszeit 1945-55) war die „Polizei“, nebenbei gesagt, immer die erste Einheit, die zur Stelle der Mächtigen war. Das Fremdeln baut sich in letzter Zeit wieder ab. Man schreibt 2011.

Mit der Zunahme von NGO-artigen Vereinen wie dem „Kuratorium Sicheres Österreich“ (KSÖ) oder niederschwelligen Zeitschriften wie „Polizei“, „Öffentliche Sicherheit“, „Die Kriminalisten“, „kripo.at“ oder „Kriminalistik“ (ein deutsches Fachblatt) und eine Neuausrichtung der Wiener SIAK (Sicherheitsakademie) in den letzten zwei Jahrzehnten baute sich das Monolithische etwas ab. Wer diese Zeitschriften und Veranstaltungen nur ansatzweise regelmäßig durchblättert und aufsucht, merkt, dass es im Polizeibetrieb viele erwachsene, politische, analytische Köpfe gibt, die sich der langen Geschichte des Polizeibetriebes bewusst sind und die es – durchaus selbstkritisch – immer wieder neu formulieren und durchdenken.

Die schlechteste Polizei ist eine mit allergrößten Kompetenzen. Das ist kein geflügelter Satz von irgendeinem Prominenten, sondern einfache Wahrheit. Eine Polizei hat theroetisch unendlich viele Maßnahmenmöglichkeiten und einen Satz voller Sanktionen im Verwaltungs- und Sicherheitspolizeibereich. Diese Gesetze werden laufend geändert und erweitert, kaum einer überblickt sie. Die schlechteste Polizei ist eine mit absolutem Durchgriffsrecht. Gerade in autokratischen Staaten (etwa auf der südlichen Halbkugel der Welt) mit simplen Erlässen ist die Polizei Dienerin der Macht und gefällt sich in dieser Rolle. In einer pluralen Demokratie wie Deutschland, Schweiz oder Österreich ist die Polizei mit weit vielfältigeren Aufgabe konfrontiert.

In 3 D-Zeiten Gummiwurscht abgeschafft

Wer Demonstrationen, gleich welcher Gruppen in Wien, mag, stellt fest, wie sattelfest in diesem Punkt die Wiener Polizei geworden ist. Stand bei „Opernball-Demos“ Anfang der 1990er Jahre bei Wiener Polizeibeamten die Gummiwurscht auf halb Sechs, also griffbereit zum Einsatz, wurde in diesem Punkt der verfassungsmäßigen Versammlungsfreiheit die Gummiwurscht komplett abgeschafft. Stattdessen wurde die sinnvolle „3 D“-Philosophie entwickelt, die da lautet: Dialog, Deeskalation, Durchsetzung. Es ist beeindruckend, wie diszipliniert sich Demonstrationsbegleiter der Polizei daran halten. Egal, ob Kurden für Özalan, Chilenen für ein besseres Bildungssystem (in Chile!) oder Iraner für Religionsfreiheit auf die Straße gehen. Und natürlich auch bei den üblichen typisch Wiener Brennpunkten wie Burschenschafteraufmärschen oder solche, die sich für Ferkel in Käfigen (Schweine) einsetzen.

Die Polizei in Wien hat viele Aufgaben und je höher der Rang, desto gebildeter und angenehmer der Polizist. Problematisch ist es im unteren Bereich wie in jedem Unternehmen. Hier gibt es in Wien den Bezirkspolizisten und solche der Sondereinheiten. Die einen sind die Praktiker, die anderen die Sportler. Eine eigene Abteilung ist die Kriminalpolizei mit ihrem Spitzeldienst. Am Sichtbarsten ist die Verkehrspolizei, die jeder kennt, weil Unfälle immer passieren. In Summe ist es schwer zu sagen, ob es eine Einheit wie „die Polizei“ überhaupt gibt. Und es ist auch schwer zu sagen, ob man die Polizei als System-Einheit der Gesellschaft mag oder mögen muss. Es gibt viele Unschärfen im Getriebe.

Es gibt im übrigen auch Menschen der Gesellschaft, die mit diesem Satz aufhorchen lassen: „Ich habe nie mit der Polizei zu tun.“ Das ist ein ganz interessanter Satz von diesen Menschen. Wer nämlich „nie etwas mit der Polizei zu tun hat“, lebt entweder völlig strukturangepasst, unsichtbar oder er nimmt „die Polizei“ nie Wahr. Er wird offenbar nie perlustriert, nie angehalten, fährt nie schwarz, kommt nie in ein Planquadrat. Der Autor dieser Zeilen verhehlt nicht, dass ihm solche Personen suspekt sind. Zu angepasst im Leben, heißt nichts. Man muss es nicht übertreiben – siehe Ulrike Meinhof im Zitat oben.

Polizei muss Reibebaum bleiben

Aber die Polizei solle stets ein Reibebaum sein, denn ihre Stellung in der Gesellschaft wandelt sich mit dieser und sie muss sich in ihren Kompetenzen stets aufs Neue hinterfragen, neu definieren und erfinden. Die Leitideen gibt ein Minister vor, praktisch umgesetzt werden sie in Österreich von 30.000 Mitarbeitern, alleine in Wien 11.000.

Am 17. September 2011 findet ein Tag der offenen Tür statt. Traditionell zeigt sich die Polizei an diesem Tag familienfreundlich, von der weichen Zuckerseite. Strategisch sind an einem solchen Tag viele Beamtinnen im Einsatz, weil auch für Kinder etwas geboten wird. Von den Diensthunden, Sandra Pires bis Rolf Rüdiger. Die Politik, die Diskussion, was die zweite Säule der Gesellschaft, die Exekutive, ist, was sie darf, was sie sein soll, bleibt an einem solchen Aktion-Tag im Innenhof der Rossauer Kaserne draußen. Es ist Zivilisten-Tag. Zivilisten haben in der Polizei nichts mitzureden.

Marcus J. Oswald (Ressort: Termindienst, Polizei Wien)

Erstes Jahr Verein „Safer Cities“ in Villach

Posted in Aus den Vereinen by sicherheitwien on 12. März 2011

Erstes Jahr um: Peter Komposch baute ab März 2010 in Villach den Verein Safer Cities auf. (Foto: safercities.at)

(Wien, im März 2011) Wer in Wien regelmäßig die „Kleine Zeitung“ (größte Bundesländerzeitung Österreichs) aus Graz liest, weiß, dass es in Villach seit exakt einem Jahr eine Privatinitiative gibt, die als unabhängige Plattform für mehr Sicherheit in der knapp 60.000 Einwohner umfassenden Stadt bieten will. Der Verein wurde am 3. März 2010 konsolidiert und am 12. März 2010 eingereicht. Am 24. März 2010 hat der Verein „Safercities“ erste Sitzung.

Gegründet im März 2010

Das war die Zeit, in der in Villach probeweise von Seiten der ÖVP auf eine Ordnungswache in der Innenstadt gedrängt wurde. Tatsächlich gründete nur zwei Tage später die Villacher ÖVP die Initiative „sicher furtgehen“, die zwei Monate bestand, aber vom Gemeinderat keine Deckung erhielt. Doch damit gab es in Villach im März 2010 plötzlich zwei „konkurrierende“ Initiativen, die parallel zur Polizei Aufklärungs- und Bewußtseinsarbeit machen wollten. Nicht ohne wechselseitige Kritik.

Safer Cities – parteifrei und unabhängig

Der Verein „Safercities“ hat mit der Parteiinitiative der ÖVP nichts zu tun. Es ist ein Privatverein rund um DI Peter Komposch und Mitstreiter. „Safercities“ will aus der Bevölkerung heraus ohne Effekthascherei helfen. Und auch mit anderen Vereinen in Verbindung treten. So erwartet man von einer Kooperation mit dem „Verein der Hausbesitzer“, dass sich mehr Bürger eine Alarmanlage einbauen. Dafür würde der „Verein Safercities“ Rabatte anbieten. Daneben bietet man Selbstverteidigungskurse an. Man begann eine Türsteherausbildung mit dem Wifi (2. Lehrgang 2011) und eröffnete eine Jugendplattform „sicher ausgehen“. Aktive im Verein nehmen Einladungen in Wien an, um Kontakte zu knüpfen. So trafen Vereinsvertreter am 18. Dezember 2010 den Obmann von „Pro Nachbar“, der in Wien eine ähnliche Initiative betreibt und laut eigenen Angaben 5.000 Vereinsmitglieder hat. Die komplette Tätigkeit des ersten Villacher Vereinsjahres ist hier im News-Thread nachzulesen.

Kleiner Deckungsbeitrag durch Mitglieder

Apropos Kostendeckung: Jahresmitgliedschaft im Villacher Verein kostet für Private 30 Euro und für Gewerbliche 100 Euro pro Jahr. Mit diesem Geld will man die Wachsamkeit der Bevölkerung und das Miteinander sensibilisieren und die Vereinsarbeit ausbauen. Diese fußt auf einem „Drei-Säulen-Konzept“: „Sicheres Wohnen“, „Sicheres Ausgehen“ und „Soziale Prävention“. Durch Vernetzung und viele Mitglieder will man in Villach diese Vorhaben umsetzen und Villach zu einer sicheren Stadt machen.

Man geht dabei nicht „auf Streife“ wie Privatsheriffs, wovon man im Verein „safercities“ nur dann etwas hält, wenn es „integrierte Massnahmen“ sind und nicht bloß kurzfristige, medientaugliche, weil sich Politiker sonnen wollen. Der Verein setzt auf „Beratung“ und „Gespräch“ mit Bewohnern, eine Art „kriminalpolizeilicher Beratungsdienst“ von einem Fachverein.

Dreijahresplan: Villach sicherer machen

Das erste Jahr ist vorüber und der Verein motivierter denn je zuvor. Man hat sich im März 2010 das ehrgeizige Ziel gesetzt, dass was weitergeht in Villach. „In drei Jahren Trendumkehr beim Einbruch“ in Villach, „in fünf Jahren 50% aller Eigenheime mit Alarmanlage“, so die Zielvorgabe im Vereinskonzept. Ob das gelingt, kann man aus der Ferne schwer einschätzen. Es dürften vernünftige, enthusiastische Kräfte am Werken sein, die Beiträge durch Beratung leisten wollen. Der Verein hat mittlerweile einen dreijährigen Rahmenvertrag mit der Stadt Villach und man will EU-Projekte zum Thema Sicherheit (Ausbildung, Fortbildung) nach Villach holen und die Bevölkerung einbinden. Ehrgeizige Ziele, die den Obmann Peter Komposch und seine Helfer optimistisch in die Zukunft schauen lassen.

Marcus J. Oswald (Ressort: Aus den Vereinen)

Österreichisches Bundeskriminalamt facebooked

Posted in Bundeskriminalamt by sicherheitwien on 29. Dezember 2009

Meilenstein: Das Bundeskriminalamt Wien ist seit 27. November 2009 im sozialen Netzwerk Facebook mit einer Seite beigetreten. Man will Informationen vor allem zu Prävention unter die Leute bringen. Erste Einträge mit Tipps begannen am 19. Dezember 2009. (Foto: BK am Joschi Holaubek-Platz)

(Wien, im Dezember 2009) Das hat sich Mark Zuckerberg nicht erträumt. Als er zarte 20 Jahre alt war, erwickelte der smarte Internautiker ein Online-Netzwerk, das Harvard-Studenten untereinander verbinden sollte. Fünf Jahre später wurde es eine Erfolgsgeschichte wie einst das Internet, das ganz zu Beginn auch nur einige Universitäten untereinander verbinden sollte. Was darauf folgte, wurde mehr als ein Bubenstreich einiger Informatiker und ist bekannt: Es beginnt die Ära-Post-Gutenberg, die komplette Digitalisierung der Welt.

Die großen Dinge wie das 2001 gegründete Wikipedia haben das Informationsverhalten verändert – die Seite hat 380 Millionen Zugriffe im Monat. Das 2004 gegründete Facebook schaffte heuer (also bald voriges Jahr) den Durchbruch – zirka 300 Millionen User haben einen Account, der es möglich macht, andere Profile zu lesen.

„Facebook“ strebt eine Milliarde User in den nächsten Jahren an und es hat eine andere Zielgruppe als die beiden anderen größeren sozialen Netzwerke studiVZ und netlog. StudiVZ will Studenten und Schüler vernetzen. Netlog ist vor allem unter Pubertierenden ein Renner, hier gehen das erste Mal 13-Jährige mit zarten Versuchen eines Online-Auftritts selbsttätig ins Netz. „Facebook“ ist die Plattform der erwachsenen Liga. Das Portal wird unterschiedlich genutzt, manche tun es politisch, andere privat. Jedenfalls ist Mark Zuckerberg Vorstandsvorsitzender und zu 30% Inhaber der Webplattform. Beteiligt sind auch Microsoft (1,6%) und ein russischer Software-Konzern namens Digital Sky Technologies (5%). Der aktuelle Wert des Unternehmens wird auf 15 Milliarden Dollar geschätzt.

Bundeskriminalamt Wien im Facebook

Nun ist das österreichische Bundeskriminalamt mit einem „Facebook“-Auftritt an die Schwelle der neuen Zeit getreten. Der Auftritt ist seit 27. November 2009 online, erste inhaltliche Einträge erfolgten knapp vor Weihnachten. Am 19. Dezember 2009 schreibt der Admin des Facebook-Auftrittes: „bei allen neuen dingen ist der dienstgeber anfangs vorsichtig. facebook wird früher oder später vermutlich auch zum dienstlichen alltag gehören, wie jetzt internet, e-mail etc. es dauert alles immer eine zeit. aber wir sind durch schaffung der bk-facebook-seite auf dem richtigen weg und du auf der richtigen facebook-seite! danke“.

Man will die Erwartungen weder dämpfen, noch zu hoch schrauben, sondern einen soliden Auftritt hinlegen, der nützlich für die „Fans“ und motivierend zugleich ist, die Information gezielt zu streuen. Das ist auch der Hintergrund eines solchen Auftrittes: Präventionsarbeit war bisher immer sehr personalintensiv und es ist ein Vieraugen-Geschäft. Der Präventionsbeamte erzählt und einer oder zwei Interessierte hören zu. Bei Facebook könnte sein, dass die Information durch das besondere „Verteilsystem“ ein Selbstläufer wird. Ist eine Information oder ein Tipp gefällig aufgebaut und gut zu lesen, verteilen es viele User über ihre eigenen Briefkästen an Freunde, die wiederum „Fans“ der Bundeskriminalamtsseite werden können.

Anschauliche Tipps gegen Christbaumbrand

Die erste „Welle“ an Information betrifft den Christbaumbrand. Jährlich geschehen sinnlose Feuerwehreinsätze und sterben sinnloserweise Menschen an Rauchgasvergiftungen, weil sie nicht aufpassen, wenn sie ein „offenes Feuer“ mit zehn, fünfzehn Kerzen an einem dürren Tannenbaum veranstalten. Das wäre zu verhindern und es sind einfache Tipps. Das Bundeskriminalamt stellt auf Facebook aber auch ein eindrucksvolles Kurzvideo zur Verfügung. Es zeigt, dass es exakt 46 Sekunden braucht. Schlägt der Funke an einem Christbaum einmal über, steht 46 Sekunden später das ganze Zimmer in Vollbrand. Da gibt es keine Rettung mehr. [„Blaulicht und Graulicht“-Tipp wäre ergänzend: Handfeuerlöscher im Autogeschäft kaufen (30 Euro) und bereithalten. Wenn es brennt, reichen auch zwei volle Wasserkübel nicht aus!]

Weiters gibt die Facebook-Seite saisonale Präventionstipps zum Thema „Schidiebstahl“, „Wohnungseinbruch zur Winterurlaubszeit“ und „Taschendiebstahl“ von Geldbörsen und Bankomatkarten. Es sind einfach gehaltene Tipps und deswegen sind sie richtig. Das Leben artet in Routine aus, man macht vieles automatisiert und wird schlampig. 2009 wurde laut Polizei „Jahr des Einbruchs“. Nie zuvor wurde es Dieben so leicht gemacht. Daher ist die Facebook-Seite ein richtiger Ansatz, neue Zielgruppen zu erreichen und zu motivieren. Die Schi nicht in den Schnee zu stecken, wenn man beim Glühwein sitzt (sondern in den Hotelkeller sperren!). Die Wohnungstür nicht nur ins Schloss fallen lassen (sondern zwei Mal – oder besser vier Mal mit zwei Schlössern – absperren!). Geldbörsen im öffentlichen Verkehr immer in der Innentasche einer Jacke tragen (nie in Rucksack oder Handtasche, sowie Codes getrennt von der Brieftasche aufbewahren!). Es sind kinderleichte Tipps und dennoch: Der Mensch ist ein Routinewesen, das schlampig wird und seine Habe nicht mehr sichert. Er muss wie ein kleines Kind auf die einfachsten Sicherungsmassnahmen immer wieder hingewiesen werden. Das hat die Facebook-Seite vor.

Link: Facebook-Profil – Bundeskriminalamt Österreich

[Interner Nachtrag: Die Seite „zieht“. Die BK-Facebook-Seite hatte am 29. Dezember 2009 um 4 Uhr 17 erst 232 „Fans“ und um 22 Uhr 14 schon 904 „Fans“. Das ist ein beachtlicher Sprung.]

Marcus J. Oswald (Ressort: Bundeskriminalamt)

Präventionstipp gegen Einbruch – Das Scherengitter

Posted in Einbruch, Praevention by sicherheitwien on 21. August 2009

Eine Alternative gegen Einbruch: Scherengitter. Teilzahlung ist möglich.
(Foto: Aushang der Firma KLBG Wintergarten und Einbruchschutzsysteme)

(Wien, im August 2009) Die Hitze drückt derzeit die Leute aus den Wohnungen in Kurz- oder Langurlaube, auf Seen oder in Schwimmbäder. Viele Wohnungen sind verwaist. Das zieht Einbrecher an. Ein Einbruch dauert in der Regel fünf Minuten. In diesem Zeitfenster geschieht er durch die Tür – oder nicht.

Scherengitter halten Einbrecher effektiv ab

Versierte Alteinbrecher wie der auf dieser Webseite in Vergessenheit geratene Ernst Walter Stummer sagen, dass der sicherste Schutz gegen Einbruch das Scherengitter ist. Das Scherengitter vor der Flügeltür der Altbauwohnung sei das effektivste Hindernis. Das Gitter wird nicht nur durch ein Schloss gesichert, sondern oftmals bei längerer Abwesenheit zusätzlich mit einem Motorradschloss der Marke ABUS umwickelt, das laut Wunderschlosser Michael Bübl nur mit einem Diamantschneider zu öffnen ist. Damit ist der Zutritt zur eigentlichen Tür so gut wie verhindert.

Ratenzahlung möglich

In manchen Wohnungen im 7. Wiener Bezirk sind Scherengitter sehr verbreitet. In manchen Bezirken gibt es sie gar nicht. Man kann auf Wien bezogen sagen: Wo der Wohlstand tatsächlich zu Hause ist, gibt es Scherengitter. In den Armeleutebezirken außerhalb des Gürtels gibt es sie fast nicht. Denn sie sind teuer.

Der „Scherengitterkönig“, der auf „schwarzen Brettern“ in Altbauten seine Prospekte aufhängt, preist sie derzeit zum Aktionspreis von rund 1.700 Euro an. Man bietet Teilzahlung wie im Elektromarkt beim Kauf eines Computers (29,30 Euro/Monat).

Optik nicht schön

Hauptüberlegung für oder gegen das Scherengitter ist sicher die Optik. Sie sind nicht schön. Außerdem ist der Aufwand, beim kurzen Weggehen das Gitter zuschieben zu müssen, zu berücksichtigen. Dennoch: Wer eine Ordination, eine Kanzlei oder wertvolles Wohnungsinventar hat, kann sich eine Anschaffung überlegen.

Im Web: Der Scherengitterkönig

Marcus J. Oswald (Ressort: Einbruch, Prävention)

Seminar Lauschabwehr am Arbeitsplatz – Vorschau

Posted in Seminar, Sicherheitsbranche, Termindienst by sicherheitwien on 4. Mai 2009

Schnüffler und Diplomingenieur Markus Schwaiger: Gibt Auskunft, wie man systematische Wirtschaftsspionage zum eigenen Schaden abwehrt. (Foto: Verband EURODET)

(Wien, im Mai 2009) Von Wirtschaftsspionage ist jedermann betroffen, der Kundenkreise unterhält und ein Netzwerker ist, so die Seminarveranstalter. Werden Netzwerke von Außen unterbrochen, „angezapft“, Emails „mitgelesen“, Büroarbeitsplätze durch Fremde „überwacht“, wird ein Regelkreis der Information empfindlich unterbrochen. Man nennt das: Wirtschaftsspionage.

O’zapft is

Das Thema ist ein Tabuthema und wird kleingeredet, als wenn nur die Ehefrau die SMS „mitliest“. In Wahrheit gehe es um hart erarbeitete Firmenwerte und teilweise auch mehr oder weniger wichtige Geschäftsunterlagen, die durch Spionage an Außenstehende gelangen.

Von Datendiebstahl zur Produktpiraterie

Im Kleinen nennt man das Datendiebstahl. Im größeren Zusammenhang heißt es Plagiieren, im sehr Großen Produktpiraterie. Das Thema ist komplex und weitläufig und immer öfter Fortbildungsthema für jene, die sich mit Zielabwehr von Wirtschaftsspionage beschäftigen, um Wertverluste zu verhindern.

Experten laden

Markus Schwaiger vom EURO-Detektivverband und Cornelia Haupt von der Fachzeitschrift Der Detektiv veranstalten ein solches Seminar, das am 9. Juni 2009 ganztägig von 9 Uhr 00 bis 18 Uhr 00 im Salon Montleart im malerischen Schloß Wilhelminenberg (sehr schön, der Herausgeber machte dort 1994 ein EU-Seminar), Savoyenstraße 2, 1160 Wien stattfindet.

Größter Feind – im eigenen Bett!

Die Zielgruppe: Das Seminar richtet sich an Unternehmen mit mehreren Mitarbeitern (zu deutsch von AG bis KMU abwärts, nicht aber die EPUs, Anm B&G), also Firmen, die stark PC-basiert und auf mehreren Entscheidungsebenen arbeiten und die zahlreiche „Sicherheitslücken“ haben könnten, von denen sie noch gar nichts wissen. Der größte Feind des Unternehmens liegt oft im eigenen Bett.

Behandelt werden folgende Themen:

  • Das Wesen der Information (Einstufung von Know-how und Betriebsgeheimnissen und deren Geheimhaltung)
  • Organisatorische und technische Maßnahmen zum Schutz von Betriebsgeheimnissen und Know-how
  • Auswirkungen durch unerlaubte Informationsgewinnung / Verlust des firmeninternen Know-hows durch Dritte
  • Möglichkeiten der unerlaubten Informationsgewinnung durch Indoor- und Outdoor-Täter
  • Möglichkeiten eines Lauschangriffes und Abwehr
  • Bearbeiten von klassifizierten Informationen in abhörgeschützten Bereichen
  • State of the Art / COTS (Commercial off-the-shelf)
  • Technische Informationsverarbeitung
  • IT Safety / IT Security (Fallstudien / Irrtümer / Präventivmaßnahmen)
  • Best Practices (Backup / E-Mails / Datenträger / Internet / Notebooks / Mobil Telefonie)
  • Malware (Verbreitung / Entwicklung)
  • Überwachung von Rechnern (Motivation / Möglichkeiten / Differenzierung legaler und illegaler Maßnahmen)
  • Wirtschaftsspionage per Computer
  • Erkennung von Angriffsversuchen und Prävention – Gegenmaßnahmen
  • Abwehr von Spionageangriffen

Das Seminar kostet: 399 Euro (inkl. 20% Ust.). Inklusive: Alle Unterlagen. Gute Verpflegung: Begrüßungskaffee, 3-gängiges Business-Lunch zu Mittag, Mineralwasser dazwischen, Kaffeepause, noch einmal Kaffeepause und Kipferl.

Die Vortragenden sind Oberst iR. Reinhard Kohlweg vom BMLVT, Experte für IKT-Sicherheit und Lauschabwehr, nun gerichtlicher Sachverständiger für Geräte zur Lauschabwehr, Diplomingenieur Markus Schwaiger, seit 2000 Detektiv mit Schwerpunkt IT-Abwehr und Abwehr von Kommunikationseingriffen (je zwei Vorträge), sowie Max Burger-Scheidlin von der Internationalen Handeskammer.

Sie melden sich unter an:
E-Mail: anmeldung@tatort-firma.at
Fax.: 01 817 495 53 711
Homepage www.tatort-firma.at

Nirgendwo wird so viel gestohlen wie an Firmencomputern. (Foto: Flyer - Tatort Firma)

Flyer zum Download (pdf, Link noch off)

Marcus J. Oswald (Ressort: Termindienst, Seminar, Sicherheitsbranche)

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