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Aus unserer beliebten Serie – Tode, wie man sie niemandem wünscht – Jauchegrube

Posted in Schreckliche Tode, Serie by sicherheitwien on 11. April 2011

Eine unheimliche Serie: Vier Tote in nur drei Wochen durch Ertrinken in der Jauchegrube. (Quelle: Tageszeitung Neues Volksblatt, 5. April 2011, S. 9)

(Wien, im April 2011) Aus unserer beliebten Serie „Tode, wie man sie niemandem wünscht“: Die Jauchegrube.

Mal ehrlich und laut gedacht: Es gibt schöne Tode. Kürzlich starb der österreichische Kabarettist Muckenstrunz von „Muckenstrunz und Bamschabl“. Er hatte einen Auftritt mit seinem kongenialen Partner, fuhr in das Hotel, packte die Koffer aus, legte sich aufs Bett, schlief ein und wachte nie wieder auf. Der sogenannte „sanfte Tod“: Human, leise, möglicherweise völlig schmerzlos. R.I.P. !

Oder der: Im September 2010 betritt der beliebte ORF-Fernsehkoch und Kochprofessor Franz Zodl im Wiener Gloria-Theater die Bühne von seitwärts und hebt im Stück „Die Gigerln von Wien“ zu seinem Solo an: Das „Gulaschlied“. In diesem Moment versagt ihm die Stimme, er bricht auf die Bretter, die die Welt bedeuten, und stirbt vor 250 entsetzten Zuschauern. Er ist sofort tot! Trotzdem: Für einen Koch, der immer in der Öffentlichkeit war, gibt es keinen besseren Ort und Zeitpunkt zu sterben. R.I.P. !

Ertrinken als grausame Todesform

Und dann gibt es Tode, die man niemandem wünscht. Zum Beispiel das Ertrinken. In allen Büchern der Kriminalistik und auch solchen zu Todestechniken wird das Ertrinken im Wasser als einer der mühsamsten und grausamsten Tode beschrieben. Es sei nicht nur das Absinken und Füllen der Lunge, hinzu kommt die Dunkelheit, die Kälte und der Druck des Wassers, der die Todespanik noch verstärkt. Beim Wasser haben wenige Ertrinkende eine Chance, es sei denn, es ist nicht kalt (zum Beispiel: Der Faaker See, wo Ertrinken kaum möglich ist; schon aber: Attersee, da kalt.)

Dann gibt es das Ertrinken in der Jauchegrube. Es zählt zu den schrecklichsten Todesformen, die es gibt.

Wie das „Neue Volksblatt“ in einem Bericht am 5. April 2011 offenbart, gibt es derzeit in Oberösterreich eine erschreckende Serie von Todesfällen in Jauchegruben. Die Vorfälle schaffen es meist nicht in Medien, weil das Thema fremd ist. Was auf irgendeinem entlegenen Bauernhof geschieht, packt die mediale Hürde nicht. Dennoch: Vier (!) Personen stürzten in Oberösterreich in den letzten drei (!) Wochen in Jauchegruben in den Tod und ertranken!

Erst am 3. April 2011 starb in Schönau (Bezirk Freistadt) ein 51-jähriger Landwirt. Ferner ließen in den letzten drei Wochen drei weitere Bäuerinnen (49, 66 und 73 Jahre alt) bei solchen Unfällen ihr Leben.

Gefahr durch Gärgase!

Die Gefahr bei diesen Gruben ginge von den Gärgasen aus, heißt es. Der Direktor der Oberösterreichischen Sozialversicherung für Bauern zeigt sich bestürzt und spricht von einer „besonders tragischen Häufung von Unfällen“. Er will die Aufklärungsarbeit verstärken. Auf seiner Webseite ist jedoch nichts verlautet.

Marcus J. Oswald (Ressort: Serie, Schreckliche Tode)

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